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Der junge Amateurboxer Marco versucht erfolglos, sich auf den Philippinen mit illegalen Boxkämpfen und Glücksspiel Geld für die Operation seiner kranken Mutter zu beschaffen. Eines Tages scheint sich das Blatt zu wenden: Ein Anwalt aus Südkorea tritt an Marco heran und behauptet, seinen wohlhabenden Vater zu vertreten, den er nie kennengelernt hat. Da er eine todkranke Mutter daheim liegen hat, nimmt er das Angebot gerne an. Kaum im fremden Land angekommen, wird Marco von einem geheimnisvollen Killer verfolgt, der über Leichen geht. Die Situation gerät komplett außer Kontrolle, als sich weitere Gangster an Marcos Fersen heften und er inmitten des Chaos um sein Leben kämpfen muss …

Nun bin ich nicht der Experte in Sachen Filme aus dem Osten, da haben Kollegen wie GHOST SHIT oder CON TRAI deutlich mehr Ahnung. Trotzdem hat mir THE CHASE wirklich gut gefallen, was ich nun wahrlich nicht von vielen Action Filmen aus Südkorea behaupten kann.

Zuerst einmal ein Lob an den Schreiber des Drehbuchs. Hier ist wirklich nichts wie es scheint und immer wenn man glaubt, dass man durchblickt, wird man abermals eines besseren belehrt und neue Personen oder Handlungsstränge tauchen auf.

Der Zuschauer weiß, genau wie der Protagonist auch, 2/3 des Films nicht, auf was das jetzt alles hinausläuft. Selten habe ich aus dem asiatischen Raum ein so gutes Drehbuch verfilmt gesehen, da die meisten nicht wirklich überraschend sind, sieht man mal von Ausnahmefilmen wie INFERNAL AFFAIRS ab.

Nachdem der Streifen praktisch zu Ende ist, gibt es noch einmal eine sehr überraschende Wende, mit der man eigentlich nicht rechnen kann. Und auch im Abspann folgt noch ein kleines Gimmick. Das weiß wirklich zu gefallen.

Auch die Rolle des smarten Killers wurde hervorragend besetzt. Obwohl der Typ eine unfassbare Arroganz ausstrahlt, sieht man ihm doch gerne bei seinem Treiben zu und auch sein Faible für Designer-Klamotten, welche dann zwischendurch mal blutig werden (Was er gar nicht ab kann) sorgt für Grinsen im Gesicht des Zuschauers.

Aber ansonsten hat man den Humor (wie er oft in den asiatischen Filmen künstlich aufgesetzt wirkt) gänzlich herausgelassen und präsentiert uns hier einen actionreichen, aber auch recht blutigen Streifen, der gegen Ende schon fast in Richtung John Wick tendiert, was das Abschlachten angeht. Zudem gibt es gerade im zweiten Abschnitt einige skurrile Situationen, die ebenfalls dem hervorragenden Drehbuch zu verdanken sind.

So bleibt unter dem Strich ein unterhaltsamer und temporeicher Action-Thriller mit einem coolen Killer und auch insgesamt guten Darstellern. Das Drehbuch hält so manche Überraschung parat. Auch für den Zuschauer, der sonst eher amerikanischen Produktionen zugeneigt ist, sollte THE CHILDE durchaus ein Sichtung wert sein.

7,5








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