2023. Es müssen Remakes von Klassikern gemacht werden. Deren klassische Figuren müssen jetzt afrikastämmig sein. Nun gut, in dem Zusammenhang hinein in den Film, die einstige Hauptperson ist bzw. sind jetzt zwei. An sich kein uninteressanter Zug, eine Adaption, hier im speziellen ein Sequel, sollte immer eigene Nuancen haben. Und auch so beginnt der Film verheißungsvoll, stimmige erste 35 Minuten. Regisseur Green ist schließlich kein kompletter Stümper, er kann manches, manches nicht. Zum nicht gehören tendenziell Horrorfilme, der Mann hat das Genre vermutlich nie geliebt. Zurück zu den Hauptfiguren. Wir haben Linda Blair im Kopf, ein ikonisches Abbild der dunklen Seite, ein Stück stilprägende Filmgeschichte. Was macht das mit dem Film: weißes Mädchen = schockeinflößend, farbiges Mädchen (leider dann auch noch eindeutig Hauptakteurin) = nicht. Gut, nennen wir es lieber „ein wenig creepy“, und das war es auch schon mit dem Schauer. Das Original ist das auf die Leinwand projizierte Grauen, absolut zeitlos. Vorliegende Variante hat keinerlei Kraft, in keine Richtung. Kein Schock, kein Grusel, nichts Mystisches. Apropos letzteres, die letzte Chance zur Rettung ist jetzt nicht mehr Gott, sondern "alle heiligen Wesen", entsprechend also nicht die (katholische) Kirche, sondern jeder Wald- und Wiesen-Glauben. Zum Glück belässt es Green bei den Andeutungen und schickt nicht noch einen sogenannten Iman oder den Weihnachtsmann. Die Abneigung der Macher gegen die Katholische Kirche, und damit auch das Original, zeigt sich nochmal im Finale, wie jene dann in den Exorzismus involviert wird bzw. sich involviert. Diese Endsequenz ist so ein lächerlicher Zirkus, das lässt sich gar nicht in Worte fassen, ich sage nur eine weitere "Evil dies tonight"-Farce. Da stimmt nichts, Musik, die hässlichen Effekte, jeder dumme Satz. Der Exorzist ist schon im ersten Teil der angekündigten Trilogie so in den Sand gesetzt, dagegen war das Halloween-Projekt noch pures Gold.