Bei dem Werk handelt es sich um eine Amateurfilmproduktion, in der sieben Horrorgeschichten erzählt werden, die von einer Rahmenhandlung zusammengehalten werden. Der Fernsehsender "Kanal 4" berichtet hier von vermeintlichen Fake News, denen das reportierende Paar teilweise vor Ort auf den Grund geht.
Die einzelnen Episoden drehen sich um ein Tenktakel-Alien, einen nicht nur kinderfressenden Werwolf, ein terrorisierte Horrorfilmschauspielerin, Obdachlose jagende Reiche, Zombies, eine Vampirparty und ein verschwundenes Mädchen.
Trotz der stolzen Gesamtlaufzeit von gut zwei Stunden haben sich nur wenige Längen eingeschlichen, denn durch die verschiedenen Storys und die nette Rahmenhandlung sowie unterschiedliche Inszenierungsstile wird Abwechslung geboten. Natürlich gibt es wie bei jeder Anthologie stärkere und schwächere Beiträge, aber einen Komplettausfall konnte ich hier nicht ausmachen. Die Mischung aus Horror, augenzwinkerndem Humor und Verweisen geht erstaunlich gut auf.
Arkadius Gorlikowski hat nicht nur Regie geführt, sondern das Ganze auch produziert, vorbereitet, gefilmt, geschnitten, nachbearbeitet und die handgemachten Effekte geschaffen. Gerade die Kameraführung, der Schnitt und der Sound sind für eine No-Budget-Produktion wirklich solide und auch blutige Einlagen und Masken hat man in anderen Amateurfilmen schon deutlich schlechter gesehen. Wenn man bedenkt, dass für die Umsetzung lediglich ein dreistelliger Euro-Betrag benötigt wurde, kann man vor dem Ergebnis seinen Hut ziehen.
Wie bei den Geschichten ist auch die Leistung der Darstellenden schwankend. Diese reichen von stets bemüht bis passabel. Da die Personen aber offensichtlich mit Freude am Werke waren, verzeiht man dem sympathischen Cast den ein oder anderen Blick in die Kamera oder deutlich hörbar auswendig gelernte und aufgesagte Texte.
Sowieso gibt es bei der Besetzung viele bekannte Gesichter zu entdecken. So treiben sich hier Personen herum, die man in anderen Amateurfilmen schon mal gesehen hat, wie zum Beispiel die Brandls, Thomas Kercmar, Maik Ude, von dem ich mir beim Schocktober 2023 einige Werke zu Gemüte führte und als tanzende und saftige Männer aussaugende Vampirkönigin Sabrina Arnds, die ich seit ihrem überzeugenden Auftritt beim Obscura Filmfest, wo sie unter anderem mit Annika Schmidt, die hier auch eine kleine Rolle hat, den Kurzfilm "Friday the 13th: Origin of Evil Part 3" vorstellte, auf dem Zettel habe. Dann tummeln sich da vor der Kamera der Youtuber Cinemanuel, der wunderbar in die Vampir-Episode eingebaut wurde, und Leute, die man ab und an auf Filmbörsen sieht, wie den Regisseur höchstpersönlich, der hier den Kameramann des Nachrichtenteams spielt, und den Hardcore-Hartboxen-Sammler Torsten Hampel. Zudem hat eine gute Bekannte von mir einen kleinen Auftritt als Vampirin.
Insgesamt ist "Fake News - The Bloody Truth" gelungener Anthologie-Horror aus dem Amateurbereich, bei dem merkt und sieht, dass der Macher mit Herzblut bei der Sache war und sich der Spaß der Beteiligten auf die Zusehenden überträgt, sofern man günstigen Produktionen nicht gänzlich abgeneigt ist.