Ein Slasher, wie er im Buche steht. Dieses beginnt mit: Am Anfang schuf der Regisseur Michael Myers und er sah, dass er böse war. In den alten Schriften ist in einigen Kapiteln die Rede von „Scream“ und es gibt ein paar Psalme, die allesamt mit „Ich weiß, was du letzten Sommer…“ beginnen. Der spanische Regisseur Carlos Alonso Ojea hat sie alle gelesen.
Einige Literaturstudenten um Angela wollen ihrem Professor einen bösen Streich spielen, da dieser zuvor übergriffig wurde. Doch während der kleinen Hatz verunfallt der Gejagte tödlich, was die acht Freunde kollektiv vertuschen wollen. Dumm nur, dass offenbar jemand von ihren Machenschaften weiß und die Gruppe fortan dezimiert…
Die Vorbilder sind wahrlich nicht zu übersehen, wodurch die Story nicht gerade für den Innovationspreis nominiert werden dürfte. Immerhin fährt man früh ein hohes Tempo und hält sich nur selten mit Nebensächlichkeiten auf, wogegen die meisten Figurenzeichnungen stereotyp bleiben, was der vermeintliche Killer mit einer Nachricht an die Gruppe gut auf den Punkt bringt: Die Kleine, der Verständnisvolle, der Influencer und dergleichen.
Obgleich im Vorfeld vom Phänomen der Gruselclowns die Rede ist, steckt der Schlächter unter einer überaus simplen Maske, die leider gar nicht creepy anmutet. Das Auflauern an teils unerwarteten Orten mit einer lauernden Körperhaltung kaschiert immerhin etwas und die eine oder andere Jagd durch diverse Räumlichkeiten rund um den Campus ist ebenfalls passabel inszeniert.
Die Tötungsformen fallen indes eher etwas einseitig aus, da lediglich eine Metallhacke zum Einsatz kommt, deren spitz zulaufender Stil ebenfalls zweckentfremdet werden kann.
Wirklich fiese Abgänge finden sich nicht, wogegen einige Konfrontationen zumindest ansatzweise Spannung aufkommen lassen. Zudem gibt es ja noch das übliche Ratespiel um die Identität des Jägers, was aufgrund verschiedener Hinweise nicht allzu unlösbar erscheint.
Zwischenzeitlich hätte die deutsche Bearbeitung mal an Übersetzungen zahlreicher Textnachrichten auf spanisch denken können, da diesbezüglich einiges an Inhalt verloren geht.
Ansonsten ist der Stoff leicht zu durchschauen und trotz kleiner, selbstreflektierender Aspekte tendiert der Anspruch gegen null, was hinsichtlich eines Slashers von der Stange nicht weiter stört. Darstellerisch wird zwar passabel geliefert und der Score klingt um Abwechslung bemüht, doch unterm Strich wird doch zuviel kopiert und wenig Eigenständigkeit eingebracht, was den Streifen rasch in der Bedeutungslosigkeit verschwinden lässt.
5,5 von 10