Inhalt:
Irgendwo in China, vor wohl 100 Jahren. Tieh Chung (Tien Peng aka Roc Tien) ist ein herausragender KungFu-Fighter. Er will den Tod seines Meisters Poon-Yuen Kwan rächen. Und hierzu dient er sich -sich somit in dessen Kampfschule infiltrierend- dem vermeintlichen Mörder seines Meisters an, "Golden Dragon" (Tien Yeh), Leiter der gleichnamigen KungFu-Kampfschule des Ortes, zugleich der Besitzer des örtlichen Bordells.
In diesem KungFu-Gym arbeitet als Reinigungskraft auch eine junge Frau, sie ist die Tochter Poon-Yuen Kwans. Diese ist unter dem Pseudonym "Xiao Ying" in dieser Kampfschule tätig, doch ist sie in Wahrheit Lan-Ying Kwan (Lisa Chiao Chiao), die Tochter von Tieh Chungs altem Meister.
Tieh Chung soll durch sein KungFu "Golden Dragon" gegen die massive Konkurrenz der japanischen Kampfschule "Fierce Tiger"-Budokan helfen. Diese Kampfschule unter ihrem Meister, dem skrupellosen Ishi Juro (Yee Yuen aka Yi Yuan), will die Schule von "Golden Dragon" vernichten, und tötete dafür bereits Schüler und Mitarbeiter der chinesischen Schule. Die japanischen Kämpfer (u.a. Chiang Tao und Lan Yun) sind gefährlich, allen voran der brutale Koshu (Tsai Hung). Es kommt zu einigen Kämpfen.
Tieh Chung erkennt in "Xiao Ying" die Tochter seines toten Meisters. Beide halten "Golden Dragon" für den Mörder, und verbünden sich heimlich. Die Tochter "Golden Dragon"´s, die schöne Miss Chin (Cindy Tang Hsin) und die Schüler (u.a. Shan Mao) sehen die beiden eher etwas argwöhnisch.
Schließlich offenbart sich Tieh Chung "Golden Dragon" und stellt diesen zum Duell auf Leben oder Tod. Dabei werden beide verletzt, und ein Schüler der "Golden Dragon"-Schule greift ein: Ho Quan (Su Chen-Ping) ist in Wahrheit ein Scherge der Japaner, und tötet "Golden Dragon". Zudem stellt er klar, dass Poon-Yuen Kwan wegen einer von den Japanern begehrten Schatz-Karte getötet wurde!
Der wahre Mörder ist also Ishi Juro. Tieh Chung und Lan-Ying können entweichen, und bereiten sich auf einen letzten Kampf vor. Derweil greifen die Japaner die geschwächte Schule "Golden Dragon"´s an, um diese endgültig in ihre Hand zu bekommen.
Dann kommt es zum Show-Down zwischen Ishi Juro sowie Tieh Chung und Lan-Ying. Ein brutaler, blutiger Kampf auf Leben oder Tod muss die Entscheidung bringen. Können Lan-Ying und Tieh Chung ihre Rache vollenden...?
Kritik:
Im Jahre 1972 drehte Regisseur Lipin Chen (aka Chan Lit-Ban) diesen einfachen, schnörkellos-intensiven und rassig-kernigen KungFu-Actioner für die Studios von "Miramar Film Co., Ltd." auf Taiwan, der national-chinesischen Insel-Republik.
In gediegener Eastern-Atmosphäre, in typisch-altchinesischen Indoor-Kulissen und immer mehr dann Outdoor in offener, pittoresk-taiwanesischer Landschaft, entwickelte Lipin Chen eine so einfache, wie spannend-strikt inszenierte Story. Es geht einmal mehr um Rache, und mit einigen geschickt in Szene gesetzten Wendungen, ist das Ganze spannend umgesetzt, und der Betrachter bleibt in der Tat konzentriert "am Ball", und auf das Geschehen fokussiert.
So ist der Film rund und kompakt in seiner Story, und man kann die überaus soliden Darstellungen und die intensive KungFu-Fightaction genießen. Ein reiner Unterhaltungsfilm, ein routinierter KungFu-Actioner, ein Eastern für die eingefleischten Fans des Genres.
Die Wendungen, ein Held der sich in die -vermeintlich- feindliche KungFu-Schule einschleust, um den angeblichen Mörder seines Meisters zu stellen. Dann die Frau an seiner Seite, die bereits under-cover in dieser Schule unter anderer Identität tätig ist, ist sie doch aber die Tochter des toten Meisters. Und dann ist doch alles anders, und die beiden müssen sich auf einen völlig anderen Gegner einstellen. Und hier greift dann wieder "Chinesen vs. Japaner", letztere die sich vor 100 Jahren in China breit und unbeliebt machten.
Die Twists und das solide Spiel der Darsteller:Innen, die schnörkellos-kompakte Machart, machen aus "The Boxers" einen routiniert-spannenden und schließlich actiongeladenen, runden Eastern.
Tien Peng, deutschen Eastern-Fans wohl am geläufigsten aus "Die 18 Kämpfer aus Bronze" (siehe mein Review auf dieser website), ist hier der harte Kämpfer und die Helden-Figur. Er spielt das stoisch-kalt, der kompromisslose, einsame KungFu-Fighter. Nicht ganz, denn eine Frau ist an seiner Seite.
Lisa Chiao Chiao, bekannt aus den ersten beiden "One-armed Swordsman"-Filmen mit Jimmy Wang Yu (siehe meine Reviews auf dieser website), ist hier zunächst under cover Putzfrau. So agiert sie zunächst zurückhaltend, und wird dann zu tapfer-taffen Gefährtin des Helden, beide haben ein Ziel: Rache! Rache am Mörder des Vaters -seitens Chiao Chiaos- und des alten Meisters -seitens Tien Pengs-. Und beide spielen schnörkellos, wie dieser KungFu-Film insgesamt ist.
Yee Yuen (aka Yi Yuan) ist als skrupellos-brutaler Villain mit grausam-eisenharter Aura wieder einmal erste Wahl. Dieses absolut Böse im Blick und im Gesicht überzeugt einmal mehr den Betrachter. Und spielt Yee Yuen mit, weiß der Eastern-Kenner bereits vorab: Es kommt zum intensiv-wütigen Hammer-Showdown, mit brutalster Gewalt. So ja auch hier in "The Boxers".
Die Neben- und kleineren Rollen sind interessant und gar prominent besetzt: Cindy Tang Hsin ist die "2. Frau" im Cast, als Tochter des vermeintlichen "Villain" Tien Yeh, beide agieren konzentriert-solide. Mit Tsai Hung und Chiang Tao als brutal-verhaltensgestörte Schläger von Yee Yuen, sind 2 prominente Eastern-Akteure am Start, in ja kleinen Rollen. Shan Mao ist sowas wie der Gaststar dieser Produktion. Und mit der Darstellerin Tien Meng als Bordell-Chefin, ist sowas ala Chiu Ting mit im Cast: Und auch Tien Meng, reif und vollbusig, würde ich ggü. den jungen Damen denen sie vorsteht bevorzugen.
Wichtigstes ist natürlich die KungFu-Action. Konzentriert-intensive Fightaction, sehr klassische Techniken, somit vorzügliche und visuell ansprechende Kampfkunst, und dennoch knallhartes KungFu. Die Kämpfe sind in einem realistischen Stil gehalten, und das sehr spartanische Dubbing (Geräuschkulisse) unterstreicht die Realistik der Fights in diesem KungFu-Actioner.
Natürlich wird viel gefightet, durchziehen auch diesen Eastern wieder etliche Kämpfe. Und alles mündet denn in ein intensives Fight-Finale, diesmal ein "Pas de Trois" des KungFu: Tien Peng im Verbund mit Lisa Chiao Chiao gegen Yee Yuen, auf offenem Feld, was die nötige räumliche Offenheit bietet. Und es wird blutig.
"The Boxers", ein routinierter, kompakter KungFu-Actioner, rund in Szene gesetzt und mit solide spielenden Darsteller:Innen. Nicht mehr..., nicht weniger!
7,5/10.