Die Menschenjagd ist seit 1932, als ein gewisser Graf Zaroff das Subgenre etablierte, fester Bestandteil von Survivalfilmen. Jene laufen in der Regel recht formelhaft ab und auch hier offenbart das Drehbuch wenig Kreativität, - allenfalls darin, möglichst viele Ungereimtheiten unterzubringen.
Für den Geschäftsmann Ray und seine Geliebte Brooke sollte es ein gemütliches Wochenende auf dem Land werden, doch es kommt anders, als ihr Wagen vom hiesigen Sheriff angehalten wird und sich mit TJ und Rick zwei Rednecks hinzugesellen, die das Paar auf eine abgelegene Insel verschleppen. Am nächsten Morgen wird die Menschenjagd eröffnet…
Generell taugen eine außereheliche Geliebte und die dubiosen Machenschaften eines Geschäftsmannes nicht unbedingt als Grundgerüst für Sympathieträger. Da sie jedoch kaum mehr als diese Eigenschaften erhalten, konzentriert man sich etwas mehr auf die Jäger, die nicht allzu heruntergekommen sind, obgleich sie bereits seit fünf Jahren Zweibeiner jagen. Nach 92 Minuten fragt man sich, wie sie das bis hierher überleben konnten.
Denn das Trio streunt ohne ersichtliche Strategie durch das austauschbare Unterholz, zumeist auch ohne Deckung. Zwar gibt es im Zweifel einen Plan B und sogar eine Kiste, auf der genau dies vermerkt ist, doch zahlreiche Waffen nützen wenig, wenn man sich fast so untauglich anstellt wie die Gejagten. Diese lassen zahlreiche Gelegenheiten zur Gegenwehr ungenutzt, feuern wahllos eine Leuchtpistole mitten am Tag ab und benutzen ein Funkgerät, was die Jäger natürlich sofort bemerken.
Immerhin ist das Tempo mit Jagderöffnung passabel und es gibt im Verlauf eine Handvoll Schusswechsel mit teils blutigen Einschüssen und minimalen Kollateralschaden der Umgebung. Allerdings wundert man sich zuweilen über den Score, der phasenweise mit völlig unpassenden, epischen Klängen um die Ecke kommt, als würden Spartakus, Ben Hur und der Dieb von Bagdad gegeneinander antreten. Schauspielerisch ist das auch nicht so überzeugend, wobei einige platte Dialoge diesen Eindruck unweigerlich verstärken.
Neben einigen auffälligen Regiefehlern (Hose dreckig, Hose sauber, Ohr blutend, Ohr unversehrt) sind zumindest handwerklich nicht so viele Defizite auszumachen wie sie drehbuchtechnisch alle paar Szenen ins Auge springen.
Überraschungen sind da nicht zu erwarten und der wenig aufregende Showdown in einem insgesamt nur leidlich spannenden Jagdfilm unterstreicht die generelle Ideenlosigkeit des humorfreien Unterfangens.
4 von 10