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Teenie-Movies gibt es vor allem in zwei Genres zu Hauf, beim Horror und bei der Comedy. Während in der ersten Art von Film, meist irgendwelche dusseligen Teenies vor einem verrückt gewordenen Massenmörder davon rennen, so sind ihre Witze beim letzteren Genre meist pubertär und infantil und finden nur selten den Weg über die Gürtellinie. Das Drehbuchschreiber-Team "Broken Lizard" schmeißt nun, bei ihrem "Club Mad", beide Genre in einen Topf, ohne sie zu einer Satire zu vermischen. Herausgekommen ist dabei eine zwiespältige Horror-Komödie, die nur in einem Genre völlig funktionieren möchte.

"Club Mad" ist im Prinzip ein Film, bei dem zwei Genres neben einander herlaufen. Während Filme wie z. Bsp. Scary Movie eher Comedy und Horror zu einer Parodie vermischen, so gibt es bei "Club Mad" eher "getrennte" Genres. Sprich es gibt einen Comedy-Part und einen Horror-Part und nur an den wenigsten Stellen wird der Horror mal mit dem Klamauk der Comedy vermischt. Und somit kann man hier auch gut die Spreu vom Weizen trennen.

Der Comedy-Part des "Club Mads" funktioniert nämlich in keinster Weise. Durch die Bank weg werden nur die billigsten Sex-Zoten gerissen, ohne das man auch nur einen Funken an guten Gags, zwischen all den dämlichen Fick- und Pupserwitzen, erkennt. Dazu Dialoge wie "Du musst ja nicht unbedingt meine Scheisse fressen" und schon kriegt man erst einmal mächtig schiss, in einer absolut dürftigen Kopie des eh schon minderbemittelten "Pary Animals" zu sitzen. Zwischendurch gibt es die infantilen Vergnügungstipps der Insel-Animatoren, bei denen man fast schon denken mag, dass es nichts affigeres gibt, als erwachsene Menschen, die als Bananen oder Birnen verkleidet, durch ein Labyrinth rennen und gegenseitig Hascher spielen. Eigentlich würde man am liebsten sofort abschalten wollen, wenn...

... ja wenn es da nicht noch den Horror-Part geben würde und der hat es wirklich in sich. Die Szenen mit dem Killer sind unglaublich atmosphärisch ausgefallen und können ein wohliges Kribbeln verbreiten. Die Opfer müssen allesamt nicht gerade zimperlich ins Gras beißen und die Machete als Mordwerkzeug verfehlt ihre Wirkung nie. Dazu kommt noch die Tatsache, dass es einem kaum gelingen will, den Mörder zu enttarnen. Denn der wird wirklich höllisch gut versteckt und selbst wenn der Streifen beginnt, einige wirklich verzwickte und sogar mal innovativ wirkende Spuren aufzuweisen, möchte es einfach nicht klick machen. Und am Schluss ist der Mörder dann auch wirklich mal jemand, mit dem man nicht gerechnet hätte.

Des weiteren werden die Horror-Stellen auch mit einem absolut brachialen Score untermahlt, der seine Wirkung ebenfalls nicht verfehlt. Und wenn er an den richtigen Stellen voll aufgedreht wird, dann dürften sich selbst alte Horror-Hasen noch richtig erschrecken. Gut so!

Weiterhin positiv: Der Horror wird, wie schon erwähnt, nur selten mit dem dämlichen Klamauk des restlichen Streifen vermischt. Meist bleiben die Grusel-Stellen wirklich ernst, nur beim (etwas zu langen) Showdown, wird es dann ab und an mal albern. Das kann man dann allerdings schon wieder verschmerzen.

Ansonsten sei noch gesagt, dass auch die Kulissen allesamt gut ausgewählt worden. Beim Anblick der paradiesischen Strände, kriegt man eigentlich sofort wieder Urlaubsstimmung, die einem dann aber bald wirklich wieder gründlich vergeht!;)

Bei den Darstellern mag so ziemlich keiner wirklich hervorstechen, sieht man einmal von den größtenteils wirklich verdammt heißen Strandbienen ab (die allerdings auch nicht schauspielern können);). Einzig bekanntes Gesicht dürfte wohl Bill Paxton sein, der aber als heruntergekommener Inselinhaber und Säusel-Sänger, nicht wirklich überzeugen kann.

Fazit: Keine Horrorparodie, sondern eine eiskalte Horrorkomödie, die ihre beiden Genres relativ sauber von einander trennt, aber nur im Horrorbereich wirklich überzeugen kann. Während der pubertäre Klamauk eher peinlich ist, so sind die Slasher-Szenen allesamt mehr als gut ausgefallen und können schon für die ein oder andere Schweißperle sorgen, selbst beim abgebrühten Slasher-Freak! Hätten Broken Lizard also das Buch für einen reinen Slasher-Film geschrieben, dann wäre dieser sicherlich wesentlich besser ausgefallen, als die meisten Schlitzer heutzutage. So bleibt es aber ein ständiges auf und ab, zwischen Hirnverbranntem und Nervenzerfetzendem! Schade!

Wertung: 5,5/10 Punkte

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