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Es ist die erste Videospiel-Adaption aus der viel beschäftigten Schmiede Blumhouse. Die Produktion befand sich mehrere Jahre in Planung, mehrere Drehbücher und Regisseure wurden verworfen, bis die Wahl auf Emma Tammi fiel, die zumindest ein gutes Gespür fürs Setting beweist.

Um dauerhaft die Vormundschaft für seine kleine Schwester Abby zu behalten, muss Mike notgedrungen einen Job als Nachtwächter annehmen. Dieser sieht vor, eine seit Jahrzehnten außer Betrieb befindliche Pizzeria zu überwachen. Doch bereits nach kurzer Zeit scheinen die hiesigen Tierroboter ein Eigenleben zu entwickeln, welches nicht nur Mike zum Verhängnis werden könnte…

Man kann auch 80er Vibes versprühen, ohne dass die Handlung in dieser Zeit spielt. Das Setting ist hierfür ausschlaggebend, da sich ein Großteil in eben jenem Pizzarestaurant abspielt, welches mit zahlreichen Spielautomaten, vielen Neontafeln, entsprechenden Plakaten und einigen mechatronischen Figuren in Menschengröße völlig aus der Zeit gefallen ist.
Im Hauptteil wird hier eine angemessene, isoliert anmutende Nachtschicht-Atmosphäre etabliert.

Nur gibt es auch einige Nebenhandlungsstränge, die besonders im Vorlauf zuviel Raum einnehmen, was zudem teils unnötig kompliziert aufgedröselt wird. Es gibt einen garstigen Streit mit der Tante ums Sorgerecht, dazu Mikes Kindheitstrauma des entführten kleinen Bruders während eines Campingurlaubs, was in zahlreichen Alpträumen visualisiert wird und darüber hinaus die nicht unproblematisch anmutende Entwicklung Abbys, welche offenbar häufig in eine Fantasiewelt abdriftet, was sich wiederum in einigen Zeichnungen widerspiegelt.

Entsprechend wird man mit der überschaubaren Figurenkonstellation, zu der sich im Verlauf noch eine Polizistin gesellt nur bedingt warm, obgleich die Darsteller durch die Bank bemüht sind. Demgegenüber bilden die Antagonisten eine deutliche Abwechslung gegenüber gängigen Schurken, zumal diese nachvollziehbar in Szene gesetzt sind und zuweilen ein paar grimmigen Angewohnheiten nachgehen. Leider fallen die wenigen Ableben bis auf eine angedeutete Körperteilung nahezu komplett blutleer aus, was wohl dem Level der Originalvorlage entspricht. Wobei, man darf ja auch man von selbiger abweichen.

Bei einer Laufzeit von 109 Minuten schleichen sich zwar keine gravierenden Längen ein, doch es benötigt eine Weile, bis die Angelegenheit an Fahrt aufnimmt. Ein wenig Spannung bezieht der Stoff hinsichtlich der Frage verschwundener Kinder, wogegen die Auflösung nebst Showdown kaum eine dramaturgische Steigerung vollzieht. Immerhin ist noch ein wenig zaghafte Situationskomik auszumachen, doch vielleicht hätte es hinsichtlich der Bedrohung etwas trashiger und zugleich blutiger zugehen müssen, um letztlich mehr als tauglichen Durchschnitt zu liefern.
5,5 von 10





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