Flauschig-faules Fake-Jumpscare-Festival
Mit den Spielen hatte ich minimalen Kontakt, zumindest in der virtuellen Realität waren sie meist wirkungsvoll-kurzweilige „Erschrecker“. Vor zwei Jahren kam dann „Five Nights At Freddys“ als Kinofilm - mit erstaunlichem Erfolg trotz maximal mittelmäßigem Film. Ich wusste zwar, dass es bei all den vielen Spieleablegern ein Zielpublikum geben musste, aber nicht dass dieses dermaßen massiv und gierig auf eine Filmversion sein würde. Auch als Gamer und Filmfan wird man oft genug noch eines Besseren belehrt und lernt dazu. Und bevor sogar voraussichtlich dieses Jahr noch ein (hoffentlich besseres!) Sequel auf die Leinwände der Welt losgelassen wird, wollte ich diesen „Animatronics-Horror“-Kelch dann doch nicht ewig an mir vorbeiziehen lassen. Erzählt wird von einem neuen Nachtwächter, dessen Job und Durchhaltevermögen in der titelgebenden, stillgelegten Pizzeria von menschengrossen, creepy Puppen auf die Probe gestellt wird…
Ein Bärendienst
Grundsätzlich als minimalster Fanservice und Lückenfüller kann „Five Nights At Freddys“ eventuell noch taugen. Die Animatronics sehen top aus. Zudem stimmt bei den meisten Videospielverfilmungen aktuell auch das production value, das ist hier keine Ausnahme. Das Konzept der aggressiven Animatronics irgendwo zwischen „Puppet Master“ und beliebiger Blumhouse-Schablone erfüllt ebenfalls seine stumpfen Zwecke zwischen Augenzwinkern, Puppenteenageschockshow und Jumpscare-Overkill. Und doch ist dieser übergroße Monstermuppetshow für mich in keinem Fall ein auch nur halbwegs guter Film. Hutcherson bleibt blass, wie man es von ihm gewohnt ist. Es gibt massive Fragen und Logiklöcher in Grundbereichen der ohnehin generischen Geschichte. Die Erschrecker wiederholen sich schnell, die Kills sind nur leidlich kreativ und insgesamt funktioniert das alles nichtmal ein Viertel so gut, wie wenn man selbst am Controller hängt oder gar mit einem großen Brillenaufsatz mitten in das Geschehen „gebeamt“ wird. Als Spiel ist das für mich schon kein echter Anspieltipp. In Filmform ist das allerdings arg flach, nichtssagenden und plump. Und das kaum auf die plumpe „Slasherart“, die mir so nah liegt. „Five Nights At Freddys“ ist näher an einem Fake-Trailer als an einem ausgewachsenen Film - und das zieht er auch noch über fast zwei Stunden! Weder Übertrag zwischen den Medien noch die filmtechnische, erzählerische und kreative Eigenleistung funktionieren hier für mich genug. Bar jeglichem eigenem Charakter. Völlig egal. Tut nicht weh. Ist schnell vergessen. Da gibt’s massig Potenzial für Verbesserungen für ein Sequel… oder auch nicht und man spielt es safe einfach nochmal runter.
Fazit: Noch flacher und austauschbarer als die schon eindimensionalen Spiele. Lang und beliebig. Dazu nichtmal halb so creepy oder effektiv wie die Gamingvorlagen… Das verpufft als Film komplett!