1937. Der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg bricht aus; die umfassende Invasion der Japaner in China erfasst auch eine kleine Theatergruppe, die wegen einer illegalen Aufführung eines patriotischen Stückes Ärger mit den Unterdrückern bekommen. Nachdem Tang [ Wong Chung ] und Shi Tzer [ Jackie Chan ] zusammen mit den anderen Mitgliedern die übel auftretenden Soldaten niedergeprügelt haben und sich danach noch eine Grenzkontrolle durchbrechen, befinden sie sich auf der Flucht. Beide trennen sich zur Sicherheit von ihrer Truppe und finden Unterschlupf bei Feng Chi [ Kan Chia Fong ] und ihrem kranken Grossvater [ Kok Lee Yan ]. Doch die Gegend wird ebenfalls durchsucht...
Frühwerk mit Jackie Chan in einer wichtigen Nebenrolle, dass ursprünglich unter dem Titel Not Scared to Die produziert und nach Chans Erfolg mit Snake in the Eagle's Shadow noch einmal umbetitelt veröffentlicht wurde. Grosstaten soll man hier weder von dem Film an sich noch von Chan erhoffen; durch gewisse Umstände ist das Werk allerdings ganz interessant, nicht nur von der filmographischen Relation und dem Auftreten Chans selber. Dieser trägt hier einen modischen Kurzhaarschnitt und befindet sich auch sichtlich noch vor der 1976 durchgeführten operativen Vergrösserung der Augenlider zur Verschaffung eines mehr „westlichen Aussehens“; wobei ihm das Gesamterscheinungsbild hier auch einen mehr durchschlagenden Eindruck vermittelt und er sich sowohl optisch als auch verbal [ er nutzt das F – Wort ] gut als forscher Rebell hineinpasst.
Sowieso ist das Szenario selber noch am besten: Der Eintritt Japans in die Kriegshandlungen des späteren Zweiten Weltkrieges wird hier mit dem Aufzeigen bleibender Narben im Bewusstsein des betroffenen Volkes für eine rundum
Anti-Japan-Hetze genutzt, was sicherlich nicht ganz koscher ist, aber dem Film zumindest zwischenzeitlich eine raue, unfertige Atmosphäre von Radikalität und Aggressivem Machtkalkül beilegt.
Dabei ist das rote Sonnenbanner als nationales Symbol Japans immer mit im Blickfeld, wenn diese eine ihrer Gräueltaten ohne jeden Ehrenkodex planen oder begehen. Da werden die Frauen grundsätzlich als sexuelle Opfer gesehen [ Prostituierte ] oder gemacht [ Vergewaltigungen ], wobei sich auch keine reellen Gegner gesucht, sondern rein an alten Männern und Kindern schadlos gehalten wird. Sobald man auf einen richtigen Kämpfer wie Tang oder Shi Tzer trifft, wird in horrender Überzahl und/oder heimtückisch attackiert und zudem auch ansonsten mit Finten und Tricks gearbeitet.
Die Gegend ist bereits grundweg ausgebeutet worden und sieht dementsprechend trist und karg aus; die Chinesen besitzen nur noch das, was sie am Körper tragen. Familien und auch Andenken daran wurden dem Widerstandskampf geopfert, der sich dann in viel sinnloser und unmotivierter Brutalität austrägt. Unmittelbar in Ethnozentrismus übergehender Rassismus kennzeichnet die aufgezeigte Stimmung; unmotivierte ideelle Normen und Auffassungen werden von den Filmemachern für ihre Zwecke genutzt, wobei hierbei dann wirklich jedes Mittel recht ist, den Zuschauer auf seine Seite zu ziehen.
Das ist durch die Unreflektiertheit von Denk- und Verhaltensweisen sowie der beschränkten Wahrnehmungsfähigkeit moralischer Entzweigungen kein besonders faires Mittel und damit auch keine saubere dramaturgische Arbeit. Also nichts für realpolitisch Interessierte, da kein Ansatz von Antworten gegeben wird. Der Film hängt sich mit seinem geschichtsrevisionistischen Profil – soll auf einer wahren Begebenheit beruhen - selber zu Propagandazwecken ideologisch sehr hoch und muss sich dann nicht wundern, hinterher ebenfalls abgestempelt zu werden.
Abseits des politischen Kontexts bekommt der Film mittig seine Probleme, weil er auf seinen Platz stehen bleibt. Tang und Shi Tzer haben sich eingenistet und warten nur darauf, sich ausschleussen zu lassen; die Reibereien zwischen ihrer Truppe und einigen einheimischen Schuldeneintreibern sowie einige banale Diskussionen zwischen den Männer der Tat und einem Gelehrten um Sinn und Zweck von Widerstand ergeben kein wirkliches Handlungselement.
Der Erzählrahmen bleibt nur schwach mit einem Unterbau aus klischeebeladener Männerfreundschaft, viel Melodrama und allgemein eindimensionalen Figuren aufgestellt und verliert mittlerweile auch seinen anfänglichen harten Eindruck, weil sich die Szenarien wiederholen und so abstumpfen; das Maximum an Geschmacklosigkeit ist schnell erreicht, wodurch der Film auch keinen wirklichen Unterhaltungswert hat.
Intelligente visuelle Ideen sind nicht vorzufinden, die Action selber ist aber angemessen ungestelzt und auch gewaltmässig rabiat, was eine zwischenzeitlich gewisse Effektivität zur Folge hat. Aber auch die ist irgendwann vorbei, der Showdown zieht sich schon wieder ewig lange.
Für Chan – Komplettisten.