Review

Inhalt:

China im 2. Weltkrieg..., Peking ist von den Japanern besetzt, und chinesische Kollaborateure arbeiten den Besatzern zu. So der Sicherheits-Chef Lui (Ou Wei).
In seiner Gefangenschaft wird einer der Anführer des Widerstands, Choi (Ma Man-Chun), vermutet..., und die chinesischen Patrioten wollen diesen befreien.

Hierzu will sich die Patriotin Shao Ying (Cheng Pei Pei) zusammen mit Mum Ma (Ching Fuk-Kam) und ihrem minderjährigen Bruder (Meng Yuen-Man) in das unmittelbare Umfeld von Lui einschleusen.
In Peking angekommen, werden die 3 durch einen pöbelnden Gast (Jackie Chan) in einem Gasthaus in eine Auseinandersetzung gezogen..., und müssen mit ins Sicherheits-Büro von Lui.

Dort gibt sich Shao Ying gegenüber Lui als dessen Schwester aus, die dieser seit 18 Jahren nicht mehr gesehen hat..., und Lui nimmt die 3 bei sich auf.
Was Lui nicht weiß..., seine Schwester ist bereits lange tot...!

Shao Ying führt ein Doppel-Leben..., einerseits die gut gekleidete brave Schwester des Sicherheits-Chefs..., doch wenn sich die Möglichkeit bietet, auch die zivil auftretende Patriotin die ihren Leuten in Peking hilft, insbesondere einem der Patrioten (James Tien).
Als Shao Ying einen Attentäter (Han Ying-Chieh) zudem dingfest machen kann und Lui und seinen Leuten übergibt, scheint ihre Position gefestigt zu sein.

Doch Lui ist nicht doof..., er merkt, dass etwas nicht stimmt..., und kommt den Nationalisten, als diese eine Befreiungsaktion hinsichtlich des Gefangenen Choi starten, zuvor. Etliche Patrioten werden gefangengenommen, Mum Ma und der Bruder Shao Ying´s werden erschossen!

Shao Ying bleibt zunächst unbehelligt..., doch muss sie der Erschießung mehrerer Patrioten beiwohnen.
Lui weiß längst was Sache ist..., und versucht nunmehr von Shao Ying Informationen über die Patrioten abzupressen.
Es kommt zwischen den beiden zum erbitterten Kampf..., in dessen Verlauf Lui von Shao Ying erschossen wird.

Shao Ying kann Choi befreien..., und sucht, sich immer noch als Schwester Lui´s ausgebend, die direkte Konfrontation mit den Japanern, an dessen Spitze deren Konsul (Shishido Jo) steht.

Das Drama nimmt seinen Lauf.......


Fazit:

Im Jahre 1973 drehte Star-Regisseur Lo Wei für das Studio Golden Harvest des Erfolgs-Produzenten Raymond Chow diesen insgesamt recht spannenden, handlungsorientierten Eastern mit dem weiblichen KungFu-Superstar Cheng Pei Pei.

In den zweckmäßig-nüchternen Kulissen von Golden Harvest konstruierte Lo Wei diese einfache Geschichte um eine Patriotin, die sich in das Umfeld eines Kollaborateurs einschleust, die ständig der Gefahr ausgeliefert ist, dass alles auffliegt und sie dann brutal getötet werden würde..., und daraus saugt dieser Eastern seine Spannung.
Lo Wei geht das alles subtil an..., und die Handlung steht hier im Vordergrund, nicht die KungFu-Action..., und das macht seinen Streifen phasenweise auch etwas langatmig. Daran "krankt" der Film "None but the brave" etwas...

Ganz insgesamt betrachtet stimmt der Spannungsbogen aber..., denn der Zuschauer fiebert letztendlich mit..., wird die Heldin auffliegen...? Sie muss es..., das Vabanque-Spiel ist schließlich viel zu riskant. Und dass muss in brutale Gewalt münden..., was es ja auch tut.
Der große Alfred Hitchcock sagte einst: "Man kann nicht einfach plötzlich eine Bombe detonieren lassen. Der Zuschauer MUSS WISSEN, dass da eine Bombe detonieren wird..., nur wann genau? Daraus ergibt sich Spannung!", und da hatte Sir Alfred durchaus Recht.
So ist das auch ein bisschen hier in diesem Eastern..., der Zuschauer ahnt...., Cheng Pei Pei´s intrigantes Spiel kann nicht aufgehen! Und dann muss es zum Knall kommen....
Darauf basiert die Spannung auch in diesem Streifen von Lo Wei.

Cheng Pei Pei steht somit im Zentrum dieses Streifens. Nach ihrer Demission bei Shaw Brothers und ihrem letzten Eastern für jenes Studio, "The lady hermit" (siehe mein Review auf dieser website) 1971, da holte sie Lo Wei für Golden Harvest wieder vor die Kamera.
Aber nicht als Schwert-Lady..., sondern als KungFu-Fighterin. Und hier macht sie kampftechnisch ihre Sache wieder ausgezeichnet..., ihr Spiel indes wirkt gleichförmig..., sie war ohnehin mehr Kämpferin denn Schauspielerin.

Ihr Kontrapart ist ein chinesischer Kollaborateur..., Ou Wei. Daher hat dieser Streifen auch nicht diesen plakativ antijapanischen Charakter manch anderer Produktion von Golden Harvest. Die Japaner stehen als Villains erst ganz am Ende im Focus.
Ou Wei spielt den Villain nach außen ruhig und sachlich-nüchtern wirkend..., doch ist er hinter dieser Maske auch skrupellos und brutal.
Der Rest des Ensembles ist drumrumgebaut und braucht nicht mehr als solide zu agieren.
Regisseur Lo Wei spielt selbst als Vorgesetzter von Ou Wei mit, GH-Bösewicht Han Ying-Chieh hat einen kurzen Auftritt..., und der spätere Superstar des Eastern-Genres und heutige Weltstar Jackie Chan durfte in einer sehr kleinen Rolle am Anfang des Streifens weitere Kamera-Erfahrung tanken.

Die KungFu-Action ist etwas rarer eingesetzt..., doch die harten und reellen Fights fetzen im typischen Golden Harvest-Stil.
Cheng Pei Pei zeigt ihr Können im KungFu..., die Kamera geht mit, Umschnitte auf Perspektiven "aus Sicht eines der Fighter" inklusive..., harte, realistische Kämpfe..., und das Ende ist dramatisch.
Die Gewichtung in diesem Eastern liegt aber eher auf der Handlung..., das KungFu ist nur die Sahne auf dem Kuchen.

"None but the brave" ragt aus dem Kanon der Eastern-Schmiede Golden Harvest nicht unbedingt heraus, mehr Drive mehr Action hätte ich mir gewünscht..., ist aber ein insgesamt stimmiger und spannender Genre-Beitrag, und vor allem für Fans von Cheng Pei Pei interessant.
Sehr knappe 7/10 Punkte kann ich vergeben...!

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