Sony kriegt es einfach nicht gebacken. Eine Nebenfigur nach der anderen aus dem Spider-Man-Universum verheizt der Konzern in wenig ansprechenden Kinoauftritten. Der von S. J. Clarkson inszenierte „Madame Web“ macht da keine Ausnahme. Allein audiovisuell ist das Gebotene schon anstrengend. Bei der Kameraführung mit ihren zuckenden Zooms und dem Herumwirbeln kann einem schon mal schlecht werden, es wirkt stilistisch hilflos. Dazu ist das Werk inszenatorisch repetitiv, ballert einem immer wieder die gleichen Erklärungen sowie Spielereien in der Präsentation um die Ohren und so hat nicht nur die Hauptfigur ein bis zwölf Déjà-vus.
Die Geschichte ist ungelenk konstruiert sowie umgesetzt, es entsteht nie ein richtiger Fluss. Der Gegenspieler bleibt durch die Bank uninteressant, seine Motivation ist quasi nulldimensional. Ihm ging es eben früher auch mal schlecht. Das muss reichen. Was macht der Kerl eigentlich?
Auch der ganze Plot mit der Vierergruppe, deren Verbindung auf keiner erzählerisch logischen Basis fußt, ist unförmig und vermag weder, eine Bindung zu den Figuren aufzubauen, noch Interesse für sie zu entwickeln. Sie bleiben leer und charakterlos, wie auch die Effekte und die durchgehend hässliche Optik des Streifens. Dabei ist das hier nicht einmal mit Action gesegnet. Der Film nutzt die dadurch umfangreich zur Verfügung stehende Zeit allerdings nicht, um eine ansatzweise wachhaltende Erzählung zu etablieren. Lieber ergeht man sich in einer verschwurbelten Variante des Spruchs mit Kraft und Verantwortung.
Viele schlecht geschriebene Szenen, Entscheidungen und Dialoge später hat man es überstanden. „Madame Web“ ist ein Film, den man vergisst, während man ihn sieht. Man kann Ben Parker letztlich nicht widersprechen:
„I can't pretend to understand what's going on here.“
Wenn ganz am Anfang die Dame von Columbia Pictures zum hundertsten Jubiläum in ihren verschiedenen Versionen gezeigt wird, müsste die letzte eigentlich heulend dastehen und „I'm sorry“ flüstern.