Review

Classic Hollywood

"The Bikeriders" könnte klassischer kaum sein - man denkt sofort an James Dean, Marlon Brando, "Easy Rider" und Co. - und erzählt von einer jungen Frau, die zwischen den 60ern und 70ern immer wieder in eine Bikergang rutscht und sich in einen "interessanten" Typen verknallt - und in's Motorradfahren an sich. Doch der "Ganglifestyle" zeigt auch schnell seine Schattenseiten...

Alte Schule, heiße Öfen

Jeff Nichols weiß, wie man Filme macht und wie Hollywood funktioniert. Butler, Comer, Hardy udn Co. haben Aura, Charisma, Fun und sind echte Stars. Sie scheinen hier voll in ihrem Element. Und Bikes, Bier und Bars gehen im Grunde immer. Da wundert's einen doch, dass viele "The Bikeriders" so öde finden. Und andererseits kann man genau das dann nach dem Sehen doch sehr gut nachvollziehen. Das Ding ist kein "Sons of Anarchy". Das Ding hat seine Längen und cruist auch mal einfach so in der Gegend rum. Es gibt Klischees, seltsame Akzente und viel "Schauspiel". Also "Schauspiel", bei dem man merkt, dass es "Schauspiel" ist. Wenn ihr wisst, was ich meine. Diese Mischung aus klassischem Tempo und "Aufgesetztheit" bzw. "Verkleidung" mag für manche dann doch zu eher anstrengenden fast zwei Stunden führen. Aber ich will nicht lügen, mich hat "The Bikeriders" erwischt. Hätte ich mir fast vorher denken können. Ich bin gerne in dieser Zeit und diesem Lifestyle versunken. Ich habe die Performances genossen. Bei mir hat sogar der trockene Humor funktioniert. Und da verzeihe ich am Ende, wenn mir so gemütlich der Wind der klassischen Traumfabrik um die Ohren weht, dass mir "The Bikeriders" gar nicht allzu viel (geschweige denn Neues oder Spannendes) erzählt, wenn man mal genauer hinschaut... 

Fazit: Hübsches Starkino mit Harleys, Hollywoodhoheit(en) und vielleicht mehr Halbwertzeit als man meint. Aber zugegeben auch Trägheit. Mich hat's trotzdem gut bis sehr gut unterhalten! 

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