Ob es gleich den Oscar für das beste Drehbuch verdient hat, sei mal dahingestellt. In Anbetracht der anderen Nominierten war es wohl dennoch der beste Kandidat. Denn die Geschichte ist schon recht schlau. Es geht um den liberalen Rassismus. Wie muss man sich verhalten, damit man ins Klischee-Bild passt. Eine Parabel, die sich auch auf andere Gesellschaftsgruppen übertragen lässt und die richtigen Fragen stellt.
Dabei ist der Film keine reine Satire, sondern verwebt seine Geschichte mit der eines Autors und seiner Familie. Das ist warmherzig, nah am Leben und glänzend gespielt. Die weiteren Nominierungen der Academy waren da schon berechtigt. Auch wenn ich kein großer Literaturkenner bin, erinnert mich der Film in seiner Machart ein wenig an John Irving-Verfilmungen. Nicht besonders aufregend oder seine Message mit dem Holzhammer rüberbringend, sondern einfühlsam inszeniert. Vielleicht einen Tick zu lang, aber immer sehenswert.