iHaveCNit: Dumb Money – Schnelles Geld (2023) – Graig Gillespie – Leonine
Deutscher Kinostart: 02.11.2023
gesehen am 06.11.2023
Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kino 8 – Reihe 13, Platz 19 – 20:25 Uhr
2021 zu Zeiten mitten in der Pandemie hat sich ein Phänomen ereignet, dass vor allem bei Menschen Bekanntheit erlangt hat, die sich für Themen des Finanzmarktes und auch der Internet- und Meme-Kultur interessieren. Aus dem Fall von „Gamestop“ hat nun Graig Gillespie einen Film ins Kino gebracht, der die Ereignisse aufarbeiten möchte.
2021 haben die Hedgefond-Manager unter anderem von Melvin Capital das Ziel durch Leerverkäufe von Gamestop-Aktien ordentlich am Verlust zu partizipieren. Wäre da nicht der erfolglose Finanzanalyst Keith Gill, der als Youtuber RoaringKitty bekannt wurde. Denn er glaubt fest an die Gamestop-Aktien und ermutigt seine Follower und auch die gesamte Reddit-Community im Forum „Wallstreetbets“ Gamestop-Aktien zu kaufen und zu halten – ohne zu ahnen, welchen Erfolg er damit haben – und wie er den großen Finanzhaien damit in die Suppe spucken wird.
„Dumb Money – Schnelles Geld“ mag zar nicht den epischen Ekzess eines „Wolf of Wallstreet“ von Martin Scorsese oder auch die große, bissige, satirische Strahlkraft eines „The Big Short“ von Adam McKay haben, dennoch ist er für diese Zielgruppe, die beide Filme mochten, durchaus interessant und auch starbesetzt mit Paul Dano, Seth Rogen, Pete Davidson, Shailene Woodley, Sebastian Stan und vielen weiteren Darstellern ein kleines Ensemblestück. Mit leicht komödiantischen und auch satirischem Ansatz wirft Gillespie aus vor allem der Perspektive von Paul Danos „RoaringKitty“ bzw. Keith Gill einen Blick auf die Ereignisse und auch im erweiterten Sinne wird der Einfluss auf die Reaktionen der Hedgefond-Manager und auch die Bewegung der kleinen, einfachen Leute gezeigt, die an diesem Erfolg partizipieren wollen. Klar könnte man hier sagen, dass das etwas oberflächlich sein mag, es ist aber eher aus exemplarischer Sicht verdichtet auf wenige exemplarische Personen stellvertretend für die Masse an Followern, die Keith Gill dazu ermutigt hat, an den Aktien festzuhalten statt sie zu verkaufen. Klar schlägt sich der Film in dieser klassischen David gegen Goliath-Geschichte auf die Seite von David, doch die Entscheidung ob das, was nun in diesem Film und auch allgemein damals passiert ist gut oder schlecht gewesen ist – sei es die Spekulation der Hedgefonds oder die Spekulation der privaten, kleinen Anleger – hält der Film eher neutral.
„Dumb Money – Schnelles Geld“ – My First Look – 8/10 Punkte.