Weihnachten kann unter bestimmten Umständen ein Fluch statt der Segen des Jahres sein. Es braucht nur die richtigen falschen Leute um sich herum, eine erzwungene Konstellation, welche auf sicher keinem Wunschzettel steht. Der Lauf der Dinge ist zum Glück, dass einen sowas eher stärker hinterlässt, statt zu brechen, es sei denn natürlich man befindet sich in einer jährlichen Dauerschleife. Irgendwann ist jeder mürbe. Auch der absolute Vollcrash ist möglich, Gesetz dem Falle, das mit den christlichen Tugenden gelingt nicht so, wie es für den Allgemeinsegen besser wäre.
In Film ist das Zusammenspiel bzw. der Zusammenprall der drei Planeten auf dem verlassenen Campus unterhaltsam und gefühlvoll, sprich alles, was wir von derart Format erwarten. Inhaltlich lässt sich kaum weiteres aufführen, ohne zu spoilern, wobei generell nicht viel, zumindest nicht viel nicht Erwartbares passiert. Die besonderen Umstände zeigen, dass jeder ein Produkt der Umstände ist. Andere Umstände, anderes Produkt.
In Deutschland kam "The Holdovers" dummerweise erst nach dem Jahreswechsel Anfang 2024 raus, also hatte ich mir das für letztes Jahr Weihnachten aufgehoben. Hat dann auch nicht geklappt, dafür dieses und sich definitiv gelohnt. Einer der Filme, die Nachhall haben werden, wenigstens wegen der Feiertagsrelevanz. Der Oscar machte leider hier wieder Oscar-Dinge. Paul Giamatti und Dominic Sessa hätten bedacht werden müssen, ein Preis ging natürlich an Da’Vine Joy Randolph.