Von Anfang an fragt man sich: wie können diese armen jungen Frauen und Mädchen in die Fänge dieses beleibten Indianers mit äußerst unangenehmer Ausstrahlung kommen? Aber Satans Wege sind unergründlich. Kurz recherchiert, auf wahren Begebenheiten, allerdings ein Mexikaner. Und gefühlt ein ganz anderer Typ Mensch.
Wie auch immer, wieder mal darf eine Schauspielerin auf dem Regiestuhl Platz nehmen, vielen Dank. An der Stelle einige kunstfremde Phrasen, allerdings fest in der Hollywood-Realität verwurzelt: sich einen Traum verwirklichen, ich wollte schon immer mal auch hinter der Kamera, gut vernetzt sein, durch den Namen eine gute Chance auf Erfolg, wir haben ein gutes Script für dich, solche Stoffe sind gerade der heiße Shit, eine Frau hinter an den Hebeln ist gerade ein Marketing-Selbstläufer. Und so weiter und so blöder. Die Antwort auf die Frage, wie viele große Filme nach diesem Muster schon entstanden sind, lasse ich jetzt mal offen. Auch die, nach der moralischen Fragwürdigkeit des ebenfalls aktuellen True Crime-Trends. Wenn ich mich recht entsinne, sind alle essenziellen Serienkiller-Streifen reine Fantasie-Produkte, höchstens mit Anleihen aus realen Fällen. Hier dagegen gibt es widerliche Tatsachen, ziemlich langweilig serviert, und ohne großen Nachhall. Außer eventuell das Interesse, sich mal genauer mit dem menschlichen Bodensatz Rodney Alcala zu beschäftigen. 90 Minuten, die sich wie 120 anfühlen. Ein Film über das Grauen, ein Film, der es nicht schafft, dass dieses sich auch wirklich so anfühlt.