Review

Brynn lebt abgeschieden von der nahen Kleinstadt. In dieser scheint sie nicht willkommen, die Bewohner meiden sie, Verachtung wird offen sichtbar. Doch das ist in dem von Brian Duffield geschriebenen und inszenierten Mix aus Horror und SciFi nicht Brynns einzige Sorge, denn ein nächtlicher Einbrecher, den sie in ihrem Haus ausmacht, ist nicht von menschlicher Natur.

Das ist die Ausgangssituation in diesem kleinen, aber wirkungsvollen Werk, das mit etwas Vergangenheitsbewältigung und viel Alieninvasion seine Laufzeit füllt. Und dies abseits von einer Handvoll Worte ganz ohne gesprochenen Dialog. Eine Herausforderung für die Inszenierung und doch funktioniert „No One Will Save You“ ziemlich gut. Über weite Strecken, denn das bisweilen spannend zusammengebaute Szenario wiederholt sich irgendwann auch mal in seinen Zutaten aus Flucht und Versteckspiel. Auch hält der Streifen visuell nicht lange hinterm Berg und setzt die Eindringlinge prominent ins Bild. Hier liefert Duffield ein klassisches Design, man mag sich an „X-Files“ und Konsorten erinnert fühlen, bei manchen Extremitäten schaudert es mich.
Die fehlende Sprache macht dabei Platz für eine ausgiebige Geräuschkulisse. Die macht (auch) mit Kopfhörern was her, der Ton wird effektvoll eingesetzt, ergibt aber auch manch billigen Jumpscare. Da muss man durch, wie auch Brynn durch diesen ganzen Alptraum.

Kaitlyn Dever muss den Film fast ohne Worte als zentrale Figur tragen und liefert mit Mimik und Körpereinsatz eine ansprechende Darbietung. Eine anerkennenswerte Leistung und auch nicht zu unterschätzen, da Brynn die einzige Bezugsperson bleibt. Neben dem Alienplot spielt auch eine dramatische Komponente eine nicht unwichtige Rolle und hier hätte ich mir etwas mehr Futter gewünscht. Denn diese Ebene ist auch gerade für das Ende relevant. Dass dieses oft als positiv beschrieben wird, diese Einschätzung teile ich nicht. Das mag Interpretationssache sein, für mich ist es zweischneidig und bittersüß auf mehreren Ebenen. 

„I'm sorry.“

Je nach Auslegung ist der Filmtitel auf mehr als eine Komponente anwendbar, das wird spätestens am Ende klar. Davor liefert „No One Will Save You“ einen zwar in seinen Grundzutaten bekannten, aber eben auch mit der ein oder anderen gern genommenen Ergänzung angereicherten Film, der nahezu ohne Sprache auskommt. Mit einer starken Hauptdarstellerin bestückt verzeiht man ihm im Mittelteil manche Strecke und bekommt unterm Strich einen feinen kleinen SciFi-Grusler mit einem gelungenen und (in meiner Interpretation) ambivalenten Ende. 

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