Review

Blinder des Zorns

„The Seeding“ wirkt wie ein typischer Corona-Abstands-Dreh, wie eine Mischung aus „Kinder des Zorns“ und „Die Frau in den Dünen“. Aber in nicht allzu gut. Viele Ansätze, aufopferungsvolle Darsteller, durchaus angedeutete Mythologie und am ehesten als Metapher auf's „Mann-und-Vater-werden/sein“ zu deuten. Ich hatte mir jedoch viel mehr Spannung, mehr Horror, mehr Blut erhofft. So zieht sich diese löchrige Angelegenheit doch arg. Erzählt wird von einem Mann, der sich in der Wüstenpampas verfährt und etwas unbedacht in einen riesigen Krater zu einer mysteriösen Frau klettert. Blöd nur, dass die instabile Leiter am nächsten Morgen nicht mehr da ist und es kein Entkommen zu geben scheint… 

Hügel der blutleeren Augen

Spart euch doch diese blöden Zwischentitel. Hier sind es die Mondphasen (?), die unnötigerweise über toten Vogel auf Teller aufgewärmt und ausgeschrieben werden. Das ist unnötig und die Sekunden bringen rein gar nichts. Das ist aber nur ein negatives Detail, mit „The Seeding“ stimmt definitiv noch mehr nicht. Gegen die Darsteller kann man nichts sagen. Die machen ihren Job ohne Rücksicht auf Verluste. Endlich auch mal eine Titeleinblendung mit Schmackes. Und gerade zu Beginn und auch zwischendurch (Stichwort: „Palast“) wurde meine Neugier geweckt. Leider kommt „The Seeding“ ansonsten kaum voran und sowohl Setting als auch Bedrohung und Auflösung lassen schnell nach bzw. enttäuschen komplett. In seiner Art, wie er die Geschichte ausfizzeln lässt, hätte das für mein Empfinden höchstens für einen Kurzfilm gereicht. So war es eine schnell einsehbare Geduldsprobe ohne echten Payoff. Heisse Ansätze, die man zäh und stur hat erkalten lassen. 

Fazit: steckt im Loch und kommt nicht vom Fleck. Das gilt für den Protagonisten genauso wie für den Film. „The Seeding“ macht neugierig, kann dies aber nie bestätigen oder befriedigen. Am Arsch von Mutter Natur… hat Mann nichts zu lachen. 

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