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Ein wenig Hollywood und wieder zurück hieß es für den neuseeländischen Regisseur Lee Tamahori, der 2002 mit der Bond-Ausgabe „Stirb an einem anderen Tag“ einem breiteren Publikum bekannt wurde. Für sein Historiendrama konzentriert er sich buchstäblich auf seine eigenen Wurzeln.

1830: Der Missionar Munro (Guy Pearce) strandet in einer britischen Siedlung in Neuseeland. Zuvor konnte er die Maori-Kriegerin Rangimai (Tioreore Ngatai-Melbourne) vor dem tödlichen Zugriff des verfeindeten Stammes retten. Doch die Fronten zwischen den rivalisierenden Maori verhärten sich zusehends, während britische Händler munter mit Waffengeschäften mitmischen…

Nicht erst seit „Herr der Ringe“ gilt Neuseeland als überaus geeignetes Pflaster für malerische Hintergründe. Dabei spart Tamahori nicht mit Liebe zum Detail in Sachen Ausstattung, die bis zur fein strukturierten Gesichtsverzierung der Indigenen reicht. Mit dem ehemaligen Soldaten und Missionar Munro wird die Sicht eines Außenstehenden eingenommen, welcher ursprünglich bekehren wollte, jedoch offenen Auges die Bräuche und Sitten der Stämme studiert. Er bleibt über weite Teile jedoch etwas zu passiv, wodurch sich der Fokus automatisch auf Rangimai verschiebt.

Jene junge Frau handelt oft emotional, was durch einen frühen Schicksalsschlag nachvollziehbar erscheint. Sobald Trauer und Wut in den Hintergrund treten, kommt es zu leider recht rar gesäten Momenten, in denen Kultur übergreifende Elemente wie Tanzen zu sensiblen Szenen führen. Obgleich Rassismus und Arroganz bei den Briten unübersehbar ausgeprägt sind, übertreibt man es nicht zu sehr mit den Klischees, was gleichermaßen für die Stämme und ihre Gepflogenheiten gilt. Nicht zuletzt auch für den Prediger, obwohl sich dieses in einer frühen Szene mit einem weißen Pferd zunächst anders anzudeuten scheint.

Bei alledem kommt die Action etwas zu kurz, doch wenn sie einsetzt, geht es zuweilen recht brachial zur Sache. Zwar ist hier und da auch CGI-Blut auszumachen, doch anderweitig gibt es gespaltene Schädel und derbe Kopfschüsse, was eine FSK16 locker rechtfertigt.
Speziell im finalen Akt deutet sich eine Eskalation an, wogegen die letzten Einstellungen hinsichtlich des Titels eine angemessene Pointe markieren.

Die in jeder Hinsicht treffende Besetzung mit einem angemessen präsenten Pearce sorgt im Zusammenspiel mit den gut gewählten Sets und dem sauberen Handwerk für eine glaubhafte Atmosphäre. Die Geschichte hätte hier und da etwas mehr Tiefe vertragen können, doch zwischen den Zeilen lässt sich einigen mitnehmen, was vor allem auf die Hauptaussage zutrifft.
7 von 10  

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