iHaveCNit: The End We Start From (2024) – Mahalia Belo – Universal
Deutscher Kinostart: 30.05.2024
gesehen am 15.05.2024 in der Spotlight-Sneak in OmU
Arthouse-Kinos Frankfurt – Große Harmonie – Reihe 6, Platz 12 – 21:00 Uhr
Schön, wenn dir durch die Sneak des Vertrauens etwas kommende Zeit gegeben wird und du einen Film zu sehen bekommst, der auf deiner Liste steht und du bei der Sneak durchaus vor vollendete Tatsachen gestellt werden könntest, dass der Film nicht in deiner Region startet und die Sneak damit die eine Möglichkeit ist, den Film zu sehen. Schön, dass es hier Mahalia Belos Verfilmung von Megan Hunters gleichnamigen Roman „The End We Start From“ gewesen ist, die wenige Wochen vor Jeff Nichols „The Bikeriders“ das erste von 2 Showcase-Projekten im Jahr 2024 der großartigen Jodie Comer ist, die mich bereits vollends in Ridley Scotts „The Last Duel“ begeistern konnte und hier setzt sie direkt dort an.
Eine in London lebende Frau ist hochschwanger und unmittelbar vor der Geburt ihres Kindes, als nach einer großen Dürreperiode schwere Regenfälle einsetzen und sie sich in der Wohnung verschanzt, weil die Regenfälle immer stärker werden, bis die Wohnung irgendwann unter Wasser steht und die Fruchtblase platzt, während eine Flutwelle die Wohnung strömt. Die junge Frau steht mit ihrem Mann und dem Neugeborenen jedoch aufgrund der unbewohnbaren Wohnung vor dem Aufbruch und die Flucht ins Ungewisse mit dem Ziel in dieser schweren Zeit zu Überleben.
Mit einem Blick auf Katastrophenfilme gibt es ja in der Filmgeschichte prominenter das ganz große Bombast- und Effektkino. „The End We Start From“ ist zwar vordergründig ein Katastrophenfilm, fällt aber absolut nicht in die Kerbe großen Bombast- und Effektkinos. Hier fokussiert sich die Regisseurin Mahalia Belo eher auf eine Mischung aus Mutterschafts- und Survival-Drama und gibt den Figuren im Film keine Namen. In der aktuellen Zeit kommt mir bei einem Vergleich des Films vor allem Alex Garlands „Civil War“ in den Sinn, bei dem auf eine durchaus bodenständige, realitätsnahe Art und Weise eine Situation gezeichnet wird, die beängstigend real wirkt in nicht allzu ferner Zukunft. Während sich „Civil War“ mit einer Bürgerkriegssituation in den USA auseinandersetzt, ist „The End We Start From“ ein Film, der sich mit den Folgen des Klimawandels und den immer extremeren Wettereffekten mit in diesem Fall zunehmend stärkeren Unwettern, Regenfällen und daraus folgende Überschwemmungen und Hochwasser auseinandersetzt und eine reelle Bedrohung zeichnet ohne dabei jedoch auf die globalen Auswirkungen einzugehen und nur durch gezielte Elemente, Momente und Sequenzen ein Bild der gesellschaftlichen Auswirkungen zeichnet. Da bleibt er stark mit dem Fokus auf der Mutter und ihrem Neugeborenen, bei dem Jodie Comer in der Hauptrolle dem Film spielend leicht in Perfektion ein nachvollziehbares, durchaus sympathisches Gesicht gibt und zeigt, was für eine tolle Darstellerin sie ist. In mal mehr oder weniger großen Nebenrollen bekommen wir hier Joel Fry, Mark Strong, Katherine Waterston und Benedict Cumberbatch zu sehen. Der ruhige, treibende und intime Film kann durchaus für diejenigen, die sich nicht auf ihn einlassen können, etwas langatmig und spannungsarm wirken – ich gehöre jedoch nicht zu diesem Personenkreis und fand den Film sehr gut, da er auch uns vor Augen führen kann, wie sich das Leben in einer Gesellschaft von Klimaflüchtlingen anfühlen kann und wir in Regionen leben, in denen das durchaus Realität werden könnte.
„The End We Start From“ - My First Look – 9/10 Punkte