Review

iHaveCNit: The Royal Hotel (2024) – Kitty Green – Universal

Deutscher Kinostart: 11.01.2024

gesehen am 16.01.2024 in OmU

Arthouse-Kinos Frankfurt – Große Harmonie – Reihe 5, Platz 12 – 21:00 Uhr

Bei den aktuellen Kinostarts hat mich im Vorfeld auch der Trailer zu Kitty Greens Thriller „The Royal Hotel“ gecatcht, so dass ich mir diesen natürlich auch ansehen wollte. Wie er mir gefallen hat ? Dazu weiter unten mehr !

Ihre Reise in Australien haben sich die beiden Backpackerinnen Liv und Hanna eigentlich anders vorgestellt, als sie beim Feiern auf einem Discoboot in Sydney merken, dass ihnen das Geld ausgegangen ist. Ihre Lösung für etwas schnelles Kleingeld ist ein „Work-and-Travel-Programm“, bei dem sie an einen abgelegenen Pub mit dem Namen „The Royal Hotel“ im australischen Outback vermittelt werden. Noch ahnen beide nicht, was für ein von machismen geprägter Mikrokosmos sich dort zwischen dem betrunkenen Barbesitzer Bill und den Stammgästen aus einer nahegelegenen Mine etabliert hat. Während Liv die damit verbundenen Folgen lockerer sieht, kann sich Hanna mit der Situation vor Ort wenig anfreunden.

Kurz nach dem Kinobesuch habe ich in kurzen Worten auf letterboxd die Worte geschrieben: „Australian Outback Coyote Ugly, with less Coyote and more Ugly“. Basierend auf reellen Ereignissen und einer Dokumentation dazu inszeniert Kitty Green mit dem großartigen Duo aus Julia Garner und Jessica Henwick die Geschichte von zwei kanadischen Backpackerinnen, die im Rahmen eines Work-and-Travel-Programms zu einer heruntergekommenen Bar im australischen Outback geführt werden und sich dort inmitten des durch Männeregos und klassischen, männlichen Machismen geprägten und etablierten Mikrokosmos behaupten müssen. Anders als im erwähnten „Coyote Ugly“, bei dem in einer von Frauen geführten Bar Frauen bewusst als Kellnerinnen, Tänzerinnen und Entertainerinnen arbeiten und auch eine junge Frau aus dem Lande dort ihren Platz sucht, ist das im „The Royal Hotel“ wesentlich unköniglicher und unrühmlicher, weil dort bewusst Pubs, Bars und Kneipen als Ort alltäglichen Sexismus gegenüber den vorwiegend weiblichen Mitarbeiterinnen ausgehend von den meist männlichen Kunden präsentiert werden. Gerade aus diesen aus den Situationen heraus entstehenden Mikroaggressionen entsteht so eine unterschwellige, langsam aufbauende und fiese Gefahr sowie eine Spannung sowohl für den Zuschauer als auch für das Duo von Julia Garner und Jessica Henwick. Dabei nimmt der Film dann auch mal Richtungen ein, die der Zuschauer nicht erwartet, womit er auch mit den Erwartungen spielt und auch mal symbolisch und subtil vorgeht. Jedoch bleiben vor allem die Männer durch ihre Reduktion auf das ausnahmslos gefährlich böse sehr nebulös und nicht immer absolut nachvollziehbar in ihrem Handel und den Entscheidungen, so dass dem Film in seiner vielleicht angestrebten differenzierten Darstellung des Themas diese klassische Schwarz/Weiß – Opfer/Täter-Struktur etwas zum Verhängnis wird.

„The Royal Hotel“ - My First Look – 8/10 Punkte





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