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28 Seconds Later

Die Brüder Pedro und Jimi haben ein Problem: Auf der benachbarten Farm in der argentinischen Pampa liegt ein Besessener im Sterben. Laut den folkloristischen Regeln der Region darf dieser nur von einem „Cleaner“ rituell getötet werden. Doch der vom zuständigen Ministerium geschickte Cleaner liegt zerteilt im Wald. Also schaffen die Männer auf Geheiß des Großgrundbesitzers den monströsen Dämonenwirt außerhalb der Dorfgrenzen. Aber natürlich sind sie dem Fluch längst ausgeliefert und ihre Flucht beginnt…

Schon mit TERRIFIED gelangen Regisseur Demián Rugna einige zutiefst verstörende Szenen innerhalb eines im Grunde vertrauten Subgenres. Was dort die paranormale Ermittlung durch eine Handvoll Geisterjäger war, ist hier die Mischung aus Besessenen- und Infizierten-Horror.

Durch das ungewöhnliche Setting und eigene Regeln schafft Rugna auch hier etwas Neues. Jedoch hält sich bei WHEN EVIL LURKS der Schrecken etwas mehr in Grenzen, beziehungsweise weicht zunehmend dem Schockeffekt. Der Film macht auch vor Gewalt gegen und von Kindern nicht halt und es geschehen mehrfach überraschend Ungeheuerlichkeiten, doch lösen diese eher eine makabre Faszination aus als echte Furcht.

Zudem verliert der Film etwa ab der Mitte sowohl an Tempo als auch seinen roten Faden. Die aufgestellten Regeln werden wissentlich ignoriert und irgendwann weiß selbst die eigens konsultierte Expertin nicht mehr, was genau zu tun ist. Das Ende böte im Grunde Potenzial für einen Schlag in die Magengrube, hier wendet der Film sich jedoch vom Globalen ins Private und der mögliche Effekt verpufft.

Eine etwas pointiertere Inszenierung und ein stringenteres Drehbuch hätten aus Rugnas neuem Werk einen Meilenstein des apokalyptischen Horrorkinos gemacht. So bleibt "nur" ein fatalistischer Okkultthriller mit einigen bemerkenswerten Schockszenen.

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