Smarty McBrei
Auf den ersten Blick wirkt Amazons diesjähriger Hipster-Halloween-Slasher-Schmankerl wie eine bunte Mischung aus „The Final Girls“ und „Happy Death Day“. Bis nicht nur die großartige und mittlerweile erwachsene Kiernan Shipka eindringlich zeigt, dass man sich auch täuschen kann und das Cover nicht immer dem Inhalt entspricht. Oder das dieser zumindest mehr hergibt als nur den drölfzigsten Retro-Aufguss an und um Halloween herum… Es geht in „Totally Killer“ um den „Sweet Sixteen Killer“, der in den 80ern eine amerikanische Kleinstadt mit Morden terrorisiert hat, bei denen er seine Opfer immer genau sechzehnmal mit seinem fetten Messer erstochen hat. Doch als er im Jetzt zurückkehrt und ein weiteres Opfer fordert, dass ihm damals entkam, reißt die Tochter von diesem eher zufällig in die 80er zurück und kann dort zwischen ihrer zickigen Mutter und den damaligen Gepflogenheiten die Ursprünge des Schlitzers bekämpfen…
Let The Usual (80s-)Music Play
Ich habe eine Schwäche für gleich beide Subgenres, die „Totally Killer“ abdeckt. Zeitreise und Slasher. Daher war die naive und bunte Amazon-Produktion diesen Schocktober gesetzt. Und mit seiner sensationellen Hauptdarstellerin, musikalischen 80s-Hitparade und satirischen, aber nie zu whacky werdenden Art kann ich „Totally Killer“ auch empfehlen, kann er meine Erwartungen erfüllen. Jedoch auf recht seichtem und naivem, unblutigem und einsteigerfreundlichem Niveau. Sicher gut in einer Reihe mit „The Final Girls“ oder „Freaky“. Von Fans für Fans. Augenzwinkernd und sich seines Status' bewusst. Aber immer mit Handbremse, nie zu sehr diese Zwangsjacke des Teeniehorrors sprengend. Shipka hat’s drauf, die Maske des Killers ist so generisch, dass sie wieder hängen bleiben könnte, die Morde sind mir etwas zu körpersaftlos. Und die vielen Gags zündeten genauso oft wie sie Kopfschütteln auslösten. Dennoch ist „Totally Killer“ eben voll meine Schiene, vom Jahrzehnt über die Protagonistin bis zu den Subgenres, die geschnitten werden, sodass ich sicher keine schlechte Zeit hatte. Ganz im Gegenteil. Man sollte eben nur keinen härteren und zukunftsweisenderen Retrostoff a la „The Guest“ oder „You're Next“ erwarten. „Totally Killer“ spielt es eher safe runter und bedient sich stark in der Vergangenheit - allerdings ohne diese zu etwas Neuem oder Eigenem zusammenzusetzen. Manchmal tut's eine schmissige Compilation aber eben auch.
Fazit: vielleicht nicht so killer, wie dieser Zeitreise-Teenie-Slasher meint zu sein - wenn man es mit den 80ern und den beiden Subgenres jedoch hat, wie ich, dann läuft „Totally Killer“ gerade im „Schocktober“ schon schonend rein!