Für jemanden, der seit den 80ern regelmäßig in Actionern vorzufinden ist, erschienen von Dolph Lundgren noch nicht allzu viele Streifen in Eigenregie. Vorliegender bildet die neunte Regiearbeit des gebürtigen Schweden, dessen Planung bereits 2006 einsetzte, aber auch ein Relikt einiger Jahrzehnte davor sein könnte.
Cop Johansen (Lundgren) hat sich ziemlich in die Nesseln gesetzt, als er vor laufenden Kameras einen mexikanischen Schieber beschimpfte und verprügelte. Sein Boss schickt ihn daher über die mexikanische Grenze, um die Augenzeugin Rosa (Christina Villa) sicher in die Staaten zu geleiten. Doch die Eskorte gerät rasch unter Beschuss und schon bald weiß der Cop nicht mehr, wem er noch vertrauen kann…
Immerhin greift das Drehbuch ein gesellschaftspolitisches Thema auf, welches in den USA dieser Tage stets heiß diskutiert wird. Illegale Einwanderung ist vor allem den alternden Cops ein Dorn im Auge, welches als Ausgangspunkt für die Entwicklungsreise der Hauptfigur in einer Bar steht. Natürlich werden hier haufenweise Klischees und Vorurteile in den Topf geworfen, um diese nach und nach zu revidieren, während Johansen per mexikanischer Gastfreundschaft die andere Seite der Medaille kennen lernt.
In diesen Phasen, die zwar solide gespielt sind und bei der die Musik mal gerne ein wenig zu dick aufträgt, geht die Action merklich unter, welche überdies nur aus Schießereien besteht.
Diese geraten zumindest einigermaßen blutig und sind frei von CGI in Szene gesetzt, da hier noch die guten alten Blutbeutel zum Einsatz kommen, während ein Großkaliber auch mal einen Kontrahenten durch die Wand fegen kann.
Auch Dolph teilt mehr mit der Waffe als mit den Fäusten aus, was er sich altersgerecht auf den Leib schrieb. Darüber hinaus zeigt er sich anfällig für Verletzungen, was ebenfalls als kleines Eingeständnis seines Alters gewertet werden kann. Die Chemie zwischen ihm und seinen Mitstreitern geht indes völlig in Ordnung, wobei man der weiblichen Hauptfigur durchaus etwas mehr Charaktertiefe hätte spendieren können.
Als Schwäche erweist sich zwischenzeitlich das Drehbuch, je näher das Finale in Reichweite gerät. Bereits der Prolog verdeutlicht, wie durchschaubar der Stoff sich entwickeln dürfte und folgerichtig sind diesbezüglich keinerlei Überraschungen zu erwarten. Immerhin kommt es zum Showdown erneut zu einigen blutigen Auseinandersetzungen, wonach die Szenerie in zufrieden stellenden Momenten mündet.
Das eher geringe Maß an Action mag einerseits dem Budget geschuldet sein, doch andererseits gab das Drehbuch in dieser schlichten Form einfach nicht mehr her. Die Mimen (unter anderem Michael Paré und Kelsey Grammer) können dem kaum entgegenwirken und auch die einfach gehaltenen Kulissen schaffen nicht allzu viel Abwechslung. Mit einer kurzen Laufzeit von 81 Minuten entstehen zwar keine erwähnenswerten Längen, doch ein origineller Actioner sieht anders aus. Von daher eher für eingefleischte Fans des Schweden, die kaum einen Beitrag auslassen.
5,5 von 10