Obgleich offiziell Joe Dante bei den „Gremlins“ Regie führte, wird dieser spezielle Weihnachtsfilm oft Steven Spielberg zugeordnet, dessen Handschrift als Produzent immer wieder durchschimmert. Das lose Konzept des Streifens griff der Norweger Magnus Martens für seine winterliche Komödie auf, bei der pelzige Monster durch garstige Gartenzwerge ersetzt werden.
Familienvater Bill erbt das Haus seines Onkels in den Wäldern Norwegens und zieht mit Frau und den beiden Kindern dorthin. In der angrenzenden Scheune macht Sohn Lukas eines Tages Bekanntschaft mit dem hiesigen Scheunenelf, der bei Einhaltung von drei Regeln zunächst hilfreiche Dienste verrichtet. Doch dann veranstaltet die Familie eine Willkommensfeier für die Nachbarn in der Scheune…
Trolle und Elfen haben in Norwegen eine tief verankerte Tradition und so war es nahe liegend, eine ordentliche Handvoll boshafter Grummelgestalten auf die ignoranten Amerikaner loszulassen, welche zwar weitgehend sympathisch, aber nicht sonderlich markant daherkommen. Deutlich mehr Eindruck hinterlassen einige der wenigen Nebenfiguren, wie die Polizistin, die jeden Notruf als Lappalie abtut oder der Nachbar, der erst nach des Konsums von Alkohol entsprechend auftaut.
Das winterliche Setting ist durchaus gelungen. Der angrenzende Wald ist tief verschneit, der kurze Besuch in einem Trollmuseum bringt einen Hauch Märchenwelt hinein und die musikalische Untermalung beinhaltet einige festlich anmutende Beiträge, die frei von Kitsch zum Ambiente passen. Die Scheunenelfen werden von kleinwüchsigen Darstellern mit gelungenen Masken verkörpert, was insofern mehr Dynamik erzeugt, als hätte man auf Kinder oder gar CGI zurückgegriffen.
Deren Treiben sorgt spätestens nach einer Stunde für ordentlich Schwung, als das Kollektiv die Familie mit allerlei zweckentfremdeten Alltagsgegenständen konfrontiert und das Tempo in der letzten halben Stunde merklich angezogen wird. Hier geht allerlei zu Bruch und hin und wieder fließt etwas Blut, wobei ausladende Tötungen außen vor bleiben und sich der Gewaltgrad hinsichtlich der FSK16 in Grenzen hält.
Auch der Humor wird eher sparsam dosiert. Ein netter Running Gag ist das hiesige TV-Programm, welches ausschließlich aus Wintersportübertragungen besteht, während die klischeehaften Amerikaner mit ihrer Schießwütigkeit ebenfalls bedacht werden. Einige Situationskomik entsteht bei den Invasoren, die spätestens in Feierlaune jeden Anstand vermissen lassen und anbei ein paar wunderbar schräge Töne von sich geben.
Letztlich hätte man den Turbo schon ein wenig früher einschalten können, denn der Vorlauf stockt ab und an, zumal die Figuren nur bedingt interessant erscheinen und der zunächst freundliche Elf lange Zeit wenig Einfluss aufs Geschehen ausübt. So mangelt es für den ganz großen Wurf primär an Charme und noch mehr abgedrehten Ideen, doch als Anheizer für die Feiertage geht der Streifen in Ordnung.
6 von 10