Review

Ein wenig Sicherheit in den eigenen vier Wänden ist ja ganz angenehm und neben einer verlässlichen Alarmanlage mag es komfortabel erscheinen, die Heizung eine halbe Stunde vor Heimkehr einstellen zu können. Doch sensible Computerelektronik kann auch mal verrückt spielen oder gar komplett ausfallen und schon bleibt die Bude dunkel, weil es womöglich gar keine Lichtschalter mehr gibt. Um jene Überlegungen näher in Augenschein zu nehmen, scheint es Regisseur Erik Bernard jedoch an Ansporn zu fehlen.

Nach dem gewaltsamen Tod ihrer Schwester zieht die Malerin Julie (Eliza Taylor) mit ihrem Mann Marcus (Bob Morley) in ein abgelegenes Haus, welches mit technisch aktuellen Sicherheitsstandards ausgestattet ist, die Marcus größtenteils selbst entwickelt hat. Als dieser einige Tage auf Geschäftsreise geht, mehren sich Hinweise auf einen Eindringling. Oder bildet sich die traumatisierte Frau nur alles ein?...

Wenn ein Konzept vertraut erscheint ist es vorliegendes mit der dazugehörigen Frage, ob die Hauptfigur unter enormen psychischen Problemen leidet, oder ob jemand seine intriganten Finger im Spiel hat. Warum Julie mit einem Gipsfuß herumhumpelt erschließt sich nicht, es bringt die Geschichte jedoch auch nicht weiter oder sorgt aufgrund des Handicaps für zusätzliche Spannung. Aber auch falsche Fährten sucht man nahezu vergebens, wobei Julies Rotweinkonsum so vehement mit dem dazugehörigen Equipment bebildert wird, dass es bereits völlig drüber ist und im Kontext mit eingeworfenen Pillen als überstrapaziertes Klischee bemüht wird.

Da ist also die latent verängstigte Malerin, die sich ab und an mit der künstlichen Intelligenz Hera unterhält, während es einige Telefonate mit Marcus gibt, einmal ein Techniker, ein anderes Mal ein Postbote und nach einem vermeintlichen Fehlalarm ein Cop vorbeischaut.
Interessant gestaltet sich das nicht, zumal sich drumherum kaum etwas beängstigendes ereignet, außer dass noch Flüsterstimmen kurz ertönen, scheinbar etwas Glas zu Bruch geht und die Überwachung mit kleinen Aussetzern zu kämpfen hat.

Erst nach einer geschlagenen Stunde kommt minimal Bewegung ins Spiel, doch Abläufe gestalten sich derart offensichtlich und simpel gestrickt, dass ein Miträtseln nahezu flachfällt.
Es mangelt an Drive, zwischenzeitlich geht dem Stoff immer wieder die Puste aus und an originellen Ideen mangelt es sowieso. Außer bei der finalen Auflösung, die jedoch so dämlich ist, dass diese unter reinem Trash zu verbuchen ist, da jede Ernsthaftigkeit flöten geht.

Darstellerisch ist leider wenig Präsenz auszumachen und es wirkt beinahe erschreckend, wie wenig Chemie zwischen dem Paar festzustellen ist, obgleich dieses sogar in Wirklichkeit verheiratet ist. David Keith, der am Rande ein wenig mitproduzierte, ist als alter Cop maßlos unterfordert und auch der Score weiß im Verlauf keine Akzente zu setzen. Gleiches gilt für die Kulisse, denn das Haus gestaltet sich als so lahm und austauschbar wie der komplette Stoff.

Bei diesem Thriller mangelt es an Kniffen und originellen Kanten, das Tempo wirkt beinahe gemütlich, während die Bedrohung nur allzu selten Spannung erzeugt. Da retten die finalen Minuten nicht mehr viel, wenn letzte Pointen einfach nur unsinnig und ärgerlich erscheinen.
3,5 von 10


Details
Ähnliche Filme