Review

iHaveCNit: Ein Ganzes Leben (2023) – Hans Steinbichler – Tobis

Deutscher Kinostart: 09.11.2023

gesehen am 12.11.2023

Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Studio – Reihe 3, Platz 1 – 20:20 Uhr

Nachdem mich dieses Jahr im Bereich der Filme aus dem Nachbarland Österreich bereits Adrian Goigingers „Der Fuchs“ begeistern konnte, hat mich durch seinen Trailer auch Hans Steinbichlers Romanverfilmung von Robert Seethalers gleichnamigen Roman „Ein Ganzes Leben“ interessiert und nun nach der Sichtung auch begeistern können.

Der junge Andreas Egger wird als Waise an den Hof seines Onkels gebracht. Dieser nimmt den Jungen nur mit Widerwillen auf. Trotz den Schikanen, der Gewalt und den Spuren des Malochens in jungen Jahren bleibt der junge willensstark und strotz entschlossen jeder Herausforderung. Jahre später wird er den Hof verlassen für den Bau einer Seilbahn, für die große Liebe, für den zweiten Weltkrieg und die Kriegsgefangenschaft, bis er eines Tages auf sein Leben zurückblicken kann.

„Ein Ganzes Leben“ ist ein wuchtiger Film, der mit seinen 115 Minuten für meinen Geschmack seinen epochalen Inhalt doch vielleicht ein wenig zu sprunghaft erzählt. Da wäre es interessant zu wissen, wie tief die einzelnen Episoden im Leben von Andreas Egger, der von Ivan Gustafik, Stefan Gorski und August Zirner gespielt wird, im Buch behandelt werden und ob diese ein wenig mehr Tiefe auch filmisch zugelassen hätten. Neben dem Abbilden der Stationen des Lebens geht es im Film auch stellenweise philosophisch um essentielle Fragen des Lebens und des Tods. Denn der Verlust liebgewonnener Menschen und Bekanntschaften gehört zum Leben wie auch im Film zur Entwicklung von Andreas Egger. In großen Bildern mit großartigen Kameraaufnahmen und auch großartig ausgestattet ist „Ein Ganzes Leben“ optisch ein Genuss fürs Auge. Der wuchtige, aber leise Film wird jedoch in seiner Tonalität etwas gebrochen, wenn wir uns die Musik anhören. Für sich selbst ist der Soundtrack sehr gut gelungen, in Verbindung mit dem Film ist jedoch der eher laute, pathetische Soundtrack eher ein Kontrast, der stören könnte. Nebenbei erzählt der Film auch natürlich von den technologischen, gesellschaftlichen und historischen Veränderungen, denen Tirol und auch die Welt unterlag im Zeitraum mehrerer Jahrzehnte, die der Film abbildet.

„Ein Ganzes Leben“ - My First Look – 8/10 Punkte. 





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