Review

Chilenische Hommage ohne Krallen

Eine obskure Kung Fu-Hommage aus Chile mit Marko Zaror (schon ein Gegenspieler von John Wick bis Scott Adkins gewesen!) über einen stoischen Kämpfer, der die tödliche Kondortechnik beherrscht, seine Ausbildung und seinen ewigen Disput mit seinem nicht minder begabten Zwillingsbruder…

Gerupftes Huhn

„Die Faust des Condors“ hatte echt Potenzial. Seine chilenische Herkunft. Endlich mal eine „Heldenrolle“ für Zaror, sogar eine doppelte. Die spirituelle Seite, wo man trashig fast schon Pai Mai und David Carradine im Hintergrund meint lachen hören zu können. Bizarre Einfälle, lustige Trainingsmontagen und tierische Techniken, die selbst in den 36 Kammern der Shaolin nicht gelehrt werden. Und und und. Da wäre ein kultiger Klopper irgendwo drin versteckt gewesen. Doch so bleibt im Endeffekt fast alles nur eine leere Versprechung. Kopfkino. Echt schade. Ich hätte den Beteiligten mehr gegönnt. Aber irgendwie kriegen sie es hier nicht auf die Platte, auf die Reihe, ins rechte Licht und allgemein in das Bild gerückt. Die (unfreiwillige) Komik läuft sich schnell trocken und meist nimmt sich alles eh erstaunlich ernst. Die Philosophien und Sprüche sind nur wannabe-markig. Die Geschichte ist selbst in seinem Genre reinster Humbug und tritt auf der Stelle, kommt auch zu keinem befriedigenden Schluss. Die Locations sind redundant, sandig und hinterhofig. Zaror hat leider kaum Aura und Ausstrahlung, so ehrlich muss man sein. Und vor allem, mit Abstand das Wichtigste und Traurigste: die Fights hinken qualitativ (!) wie quantitativ (!!) massiv selbst hinter heruntergesetzten Ansprüchen her. Das ist fast schockierend unspektakulär und mies geschnitten. Das hat kaum Wumms oder Wow. Deswegen ist meine Wertung noch super, super gnädig und eher wegen seiner Absichten, seinem Flair, seinen Möglichkeiten. Das Endergebnis hat mich ernüchtert und gelangweilt. Wer mit Kung Fu, Martial Arts oder Shaolinstyle nichts anfangen kann, der macht hier eh einen riesigen Bogen drum. 

Chilenen eben, keine Chinesen… 

Fazit: teils naiv-schöne, teils bescheuert-lahme, meist aber einfach massiv Potenzial verschenkende Kung Fu-Hommage aus Chile - leider nahezu komplett ohne die Kämpfe, die man sich erhofft… Enttäuschend und erstaunlich, trotz Exotikbonus und Sympathiepunkten. Da kommt ja fast gar nix… 

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