Obwohl Hunde tendenziell recht kluge Leute sind, eignen sich jeweils nur bestimmte Rassen als Diensthunde. Setzt man statt eines Bernhardiners etwa einen Chihuahua als Lawinenhund ein, begräbt der sich wahrscheinlich selbst im Schnee und auch ein Deutscher Schäferhund ist beim Aufspüren und der Jagd nach Drogendealern wohl eher erfolgreich als ein Pudel.
Soviel zumindest stand für Co-Autor und Regisseur John Stalberg Jr. fest.
LA: Während eines Einsatzes stirbt der langjährige Spürhund von Cop Jake (Aaron Eckhart), der daraufhin verbittert reagiert und prompt vom Dienst suspendiert wird. Als er in der Unterwelt der Stadt ermittelt, stößt er auf die Spuren eines Drogenkartells, welches er gemeinsam mit seinem neuen Hund Socks auszuhebeln versucht…
„Scott und Huutsch“ und „Mein Partner mit der kalten Schnauze“ haben erfolgreich vorgemacht, dass Cops und Hunde oftmals gut miteinander harmonieren und die Vierbeiner häufig wertvolle Dienste leisten. Auch hier wird in den ersten Minuten anschaulich bebildert, wie ein ausgebildeter Polizeihund im Ernstfall vorgeht. Dass sein Herrchen, überdies von einem Irakeinsatz vorbelastet, danach in ein tiefes Loch fällt und vom Vorgesetzten Therapiestunden aufgebrummt bekommt, ist alles noch nachvollziehbar. Wie man in diesem Kontext eine Liaison mit der Nachbarin beginnen kann, die man eigentlich nur sporadisch im Flur trifft, ist dann wieder eine andere Geschichte, die hier so rein gar nicht harmoniert.
Entsprechend gestaltet sich das Treiben besonders im Mittelteil phasenweise etwas zäh, Fahndungen und Einsätze wirken oft willkürlich und lediglich das Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier zeugt von einer tollen Chemie. Zu den überaus gelungenen Tierszenen zählen darüber hinaus einige Momente auf dem Trainingsgelände der Polizei und am Rande einige Perspektiven aus Hundesicht, die leider nicht konsequent angewendet werden.
Zwischenzeitlich rutscht der Thriller gar in die Gefilde eines Charakterportraits ab, welchem jedoch die Tiefe fehlt, da man von Jake nie sonderlich viel mitbekommt, was selbst die kurzen Momentaufnahmen beim Psychologen untermauern. Deutlich besser gestaltet sich der Stoff, wenn Jake auf eigene Faust am Rande der Stadt ermittelt. Hier zündet die dreckige Atmosphäre mit viel Müll, zahlreichen Zelten und ebenso vielen Obdachlosen, während der Score stets ein Gespür für die entsprechende Stimmung aufweist.
Leider geht dem eigentlichen Fall zwischenzeitlich die Pust aus, obgleich es gegen Ende noch ein wenig blutig wird. Der Showdown wird deutlich zu überhastet abgehandelt, wonach Szenen folgen, die völlig absurd und in ihrer komprimierten Form arg trashig anmuten.
Daran ändert auch ein latent grimmig dreinblickender, aber gut präsenter Eckhart wenig, der sich in Sachen Nebendarsteller lediglich auf Stephen Lang als Hundetrainer verlassen kann, da ansonsten niemand positiv hervorsticht.
Etwas mehr Humor wäre noch ein probates Mittel gewesen, um die ansonsten ernst angelegte Chose ein wenig aufzulockern, doch die Versuche bleiben ebenso vage wie die Hintergründe der Drogenbande. Entsprechend mangelt es über weite Teile an Spannung, an Dringlichkeit sowieso und lediglich einige Szenen mit toll dressierten Vierbeinern bieten überhaupt und allenfalls einen Anlass für eine Sichtung.
5 von 10