Der Rattenfänger von Anderson
In dieser Roald Dahl-Kurzgeschichten-Adaption von Wes Anderson wird ein berühmter Rattenfänger gerufen, um die unbeliebten Nager eines Dorfes zu beseitigen - und wird seinen Auftraggebern dabei selbst zu rattenähnlich…
Wenn du sie fangen willst, musst du einer von ihnen werden…
Bei Tarantino und P.T.A. zum Beispiel wünschen sich Filmfans rund um den Globus schon seit Ewigkeiten, auch anhand einiger kürzerer Spannungssequenzen aus ihren Filmen, warum die meisterlichen Herrschaften und modernen Kinolegenden sich nicht mal an einen waschechten Horrorfilm wagen. Doch bei Wes Anderson war einem das bisher noch nicht wirklich in den Sinn gekommen. Was sich nach diesem Kurzfilm vielleicht etwas ändern könnte, denn „The Ratchcatcher“ balanciert sehr geschickt zwischen Wes Andersons typischer Leichtigkeit, seiner pastellfarbenen Romantik und horroraffinen Mustern, Bildern und Gefahren. Immer nach artifizieller Andersonart. Aber eben doch klipp und klar Horror, wenn Männer zu Ratten und Ratten zu Essen werden. Theater des Tollkühnen. Fiennes ist grandios. Und sowohl Dahl als auch Anderson waren selten düsterer - wenn auch noch immer mit einer kindlichen Unschuld und einem massiven Augenzwinkern.
Fazit: Fiennes als Rattenfänger? Anderson im (augenzwinkernden) Horrorfahrwasser? Count me in!