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Durch die Übernahme des Sniper: Assassin's End Autoren Oliver Thompson beim folgenden Sniper: Rogue Mission zusätzlich als Regisseur lässt sich eine Veränderung der sonst eher humorlosen und auf einen Einzelgänger meist eingerichteten Sniper - Saga deutlich zu einem bestimmten Zeitpunkt und anhand eines fließenden Übergangs kennzeichnen; Thompson hat spätestens im letzten Teil eine Teambildung angekündigt und auch eine spezielle Art der Inszenierung sowie des Ausdrucks in den Dialogen, der Kommunikation untereinander hervorgehoben und beibehalten, fast eine Art Sitcom-Mentalität und 'alles halb so wild'. Zurückgefahren, dies aber auch sicherlich auf die erschwerten Bedingungen für Filme des Actiongenres wurden die entsprechenden Konfrontationen selber, es wurde mehr gesprochen als agiert und wenn gehandelt wurde, ist dies mehrheitlich in einem überschaubaren Rahmen passiert. Eine Neuausrichtung, die jetzt auch zum zweiten Mal ohne Berenger oder Zane auskommt, eine verjüngte Mannschaft auch, mit Dennis Haysbert als Mann im Hintergrund:

Im Auftrag von Gabriel "The Colonel" Stone [ Dennis Haysbert ] sollen die für hn tätigen Brandon Beckett [ Chad Michael Collins ] und Zeke "Zero" Rosenberg [ Ryan Robbins ] die auf Malta in Gefangenschaft geratene Yuki "Lady Death" Mifune [ Sayaka Akimoto ] aus den Händen des Sektenführers Bubalo [ Paul Kissaun ] befreien, und möglichst noch deren Stellvertreter sowie den Anführer selber ausschalten.

Leading Man ist dabei immer noch und dies seit immerhin Teil 4 Sniper: Reloaded Chad Michael Collins, ergänzt durch eine Truppe durchaus prägnanter, jeder für sich farbenkräftiger Figuren, ein eingespieltes, wenn auch locker eingespieltes Eingreif- und Eliteteam; wenn man eine aktuelle Version davon als Referenz haben möchte, als Pitch, könnte man bspw. auf Schwarzeneggers Fubar als ähnliche Konstellation verweisen, jeder mit speziellen Stärken, ein Gutteil davon auch im aktiven Einsatz überzeugend. Dort ging es gegen einen Terroristen, hier geht es gegen einen Terroristen, eine deutlich überzogene Veranstaltung des Bösen, in der am Ende des Tages eine Art Abschlussprüfung von Erfolg und Misserfolg der Missetaten stattfindet und man sich geschlossen am Runden Tisch zum Besprechen der Todesopfer trifft.

Einen Kopfschuss später geht es hauptsächlich um das nächste Ziel des Kultes, des geheimen Regimes, um Lady Death; und deren Kompagnons, die beiseite stehen und zur Hilfe in der Not eilen, die Geschichte ist zweckmäßig, es geht um die Details darin, das Rahmenprogramm steht schnell fest. “Gentlemen, I've got good news. Lady Death is alive.“ - “I didn't know we thought she was dead, Sir.“ Der Ton ist locker, der Film flockig, es könnte auch ein Serienspecial sein oder ein Pilotfilm, es wird genügend vorgestellt und erklärt, ohne vom Urschleim anzufangen und ohne alle Einzelteile zu zerlegen. “'Cut off the head and kill the snake“ ist die Devise des Geschehens, entsprechend leichtfüssig geht man voran, es wird sich auf das Primäre, das Eigentliche konzentriert.

In den Bildern ist man dabei betont poppig, die Filter aufgedreht, die hauptsächliche Farbe zu Beginn hier ist eine Art knackiges Grün, wie Kermit der Frosch quasi, nur mit den Handlungen eines spürbar fiktiven Agententhrillers, gesetzt mit Malta etc. als Schauplatz, aber schon in einer (ir)realen Welt. Und anders als bspw. der auch dort platzierte Accident Man: Hitman's Holiday nutzt man die (teilweise die gleiche) Location vor Ort als Motivation für den Kameramann samt entsprechend lockenden, sonnendurchfluteten Aufnahmen, und man geht vielleicht in die Groteske, aber nicht in den Gross-out Humor. Gegenüber dort und dem hiesigen Vorgänger, welcher zuweilen auch wirklich klein aufgestellt wirkte, verzichtet man hier auch nicht auf Statisterie und folgerichtig Massenszene, schon die erste schnelle Infiltration in den Palast des 'Staatenführers' ist eine größere Angelegenheit mit ebensolchen Hindernissen, die es zu überwachen und zu überwinden gilt. Zudem kommt der Bedarf eines Scharfschützen hier auch in den ersten Minuten zum Vorschein, möchte man mehrere Ziele in kurzer Zeit und dies möglichst unauffällig erledigen und aus dem Wege räumen.

Schwarzer Humor wird dabei gepaart mit auch (handgefertigt) blutigen Szenen, im Grunde eine längere Spannungsszene, mit Vorbereitung, Planung, Ausführung inkludiert; wobei hier angenehmerweise auch jederzeit spürbar wird, dass die Regie weiß, wie man Anspannung und Entspannung erzeugt, auch Unerwartetes und Überraschungen einlegt und sich auch eifrig darum kümmert, ein Service für die Produktion und ein Vergnügen für das Auditorium. Eine gleichsam tödlich endende Übergabe inmitten des Nichts bringt dann die eigentlichen Hintergründe der Geschichte zum Vorschein, vorne die Fassade, dahinter das, was die scheinbar bereits erledigte Mission erweitert und neue/alte Bausteine als zusätzliche Storyelemente in diesem lässigen Pulp hier bringt. Eine Schießerei vor und in einem kleinen Straßenrestaurant weist neben einigem Verhau auch eine intelligente Kameraarbeit auf, das Gleiche gilt für eine Autoverfolgungsjagd mit Schusswechsel über die Küstenstraßen; das sind allesamt kurze Aktionen, sicherlich preisgünstige auch, aber mit gekonnter Umsetzung und einer Idee dahinter. Eine längere, von den Voraussetzungen her etwas unfair installierte Kampfszene bringt auch etwas Martial Arts zum Vorschein und sieht aufgrund weniger Schnitte die Attackierenden schnell ebenso erschöpft und brutal um ihr Leben raufen wie die einzeln Angegriffene, außerdem gibt's ein geradezu poetisches Zeitlupengemetzel mit dem Großkalibrigen.






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