Wenn der Hase im Pfeffer begraben liegt.
Mystische Folklore hat grundlegend ihren Reiz, doch eine Legende sollte dem Publikum so nahe gebracht werden, dass sie auch über die Landesgrenze hinaus verstanden wird und zum Mitfiebern einlädt. Da verlässt sich Autor und Regisseur Daniel Kokotajlo deutlich zu sehr auf die zugegebenermaßen gelungene Atmosphäre.
Das abgelegene Yorkshire in den Siebzigern: Richard (Matt Smith) und Juliette (Morfydd Clark) leben hier mit ihrem Sohn Owen (Arthur Shaw), der eines Tages nach einem Asthmaanfall stirbt. Beide gehen mit der Trauer unterschiedlich um. Während sich Juliette zusehends isoliert, beginnt Richard mit Grabungen in der Nähe einer ehemaligen Eiche und kommt damit der Legende eines gewissen Jack Grey näher als ihm lieb sein mag…
Trostlosigkeit und Isolation durchziehen die Stimmung sogleich, die raue und zugleich karge Landschaft wirkt kaum einladend und auch zwischen den Hauptfiguren herrscht nicht gerade innige Verbundenheit, zumal Owen nach einem aggressiven Vorfall sogleich dem Kinderpsychologen vorgeführt wird. Als dieser dann der Geschichte auf recht unspektakuläre Weise entzogen wird, dauert es eine ganze Weile, bis überhaupt mal wieder ein Wort fällt.
Im Verlauf entstehen kleine Parallelen zu The Wicker Man“ und auch „Friedhof der Kuscheltiere“ mag einem in den Sinn kommen, doch handlungstechnisch tritt der Stoff auf der Stelle und verlässt sich zusehends auf seine Soundkulisse, die den bizarren Part einiger Verhaltensweisen untermauert. Visualisierter Horror oder gar Schockmomente sucht man indes vergebens und trotz einer Seance manifestiert sich lange Zeit keine übernatürliche Note.
Nach einigen Vorworten lässt man die Hintergrundgeschichte nahezu komplett außen vor und obgleich es einige Blicke in ein ominöses Buch zu erhaschen gibt, erscheint der Background weitgehend austauschbar. Immerhin kümmert man sich um einen Hasen und auch wenn der in den wenigsten Szenen lebendig anmutet, findet die Geschichte im letzten Drittel so etwas wie einen Fokus, allerdings auch eine wenig mitreißende Pointe.
Dem können die beiden solide aufspielenden Hauptdarsteller nur wenig entgegen setzen, wenn die Geschichte nahezu einschläfernd und spannungsfrei vorgetragen wird und man sich allzu sehr auf die bizarr-trostlose Stimmung verlässt. Übrigens kein geeigneter Kandidat für Halloween, es sei denn man möchte ein kollektives Schnarchfest veranstalten.
Knapp
4 von 10