Die folgende Kritik beinhaltet SPOILER!
Ein unvergessliches Erlebnis sollte es werden. Cille (Flora Ofelia Hofmann Lindahl) ist mit ihrer (etwas entfremdeten) Mutter Nanna (Trine Dyrholm) & ihrer besten Freundin Lea (Maja Ida Thiele) auf einem riesigen Kreuzfahrtschiff unterwegs auf die Bahamas, eine Reise anlässlich ihres achtzehnten Geburtstages. Doch nach einer feuchtfröhlichen Nacht gibt es ein böses Erwachen. Cille wurde offensichtlich vergewaltigt. Unzufrieden mit der Ermittlungsarbeit an Bord begibt sich die wütende Nanna selbst auf Tätersuche.
Michael Noers Vergewaltigungsdrama, das gegen Ende einen Schlenker Richtung Rape/Revenge macht, ist nicht wirklich gute Unterhaltung, dazu ist die Thematik einfach zu heftig & der Ton zu unangenehm. Die Erzählweise ist nüchtern, fast dokumentarisch, der Schmerz (& die Hilflosigkeit & die Verwirrung & die Scham & die Wut) ist dank des famosen Schauspiels ständig spürbar. Vor allem Dyrholm als unermüdlich kämpfende Löwenmutter sorgt bisweilen für Gänsehaut. Ein toller, intensiver Film, der weit über das Ende hinaus nachwirkt.