Review

"We wanted to make sure that we were never in the deep dark and the seriousness for too long while still having it be a very traditional murder mystery. I feel like the slight levity and the way we shot it kind of modernized it a little bit. A lot of the really classic murder mysteries were very serious throughout … a more modern take on the murder mystery delves into the characters more and has a little bit of that levity. You get to know [the characters] a little bit more. It’s a little more intimate. That’s something that we talked about early on. We definitely wanted to balance that out in the movie.

"I think the key to a good mystery is actually in how and when information is divulged, because it really is the main aspect of keeping the edge of the thriller going. It’s such a delicate balance on a movie like this to be like, ‘We’ve given you enough to keep you interested, but there’s still so much more to be revealed as the movie continues.’ The fine balance on how information is revealed is really the key to a successful murder mystery.

~ Kristi Shimek 

Deutliche Anlehnung an die Kriminalromane von und -filme nach Agatha Christie in aktueller Ausgabe schon im Titel und in der Form, hier produziert bzw. vertrieben von Lionsgate im Verbund mit weiteren kleineren Studios wie ACE Entertainment Films und Ari Studios und entsprechender Aufstellung und Besetzung, immerhin so zugkräftig und attraktiv genug für das angepeilte Publikum, dass man bereits die Fortsetzung Murder at the Embassy (2025) und dem proklamierten The Mystery of the Golden Spear in petto hat und möglicherweise eine längere Reihe in Aussicht, trotz oder eher wegen der offenkundigen Ausrichtung. In der Hauptrolle der Detektivin gesetzt mit dem einzig bekannten Namen in Person von Mischa Barton, begonnen mit einem dramatischen Akt, einem Angriff in einem großzügigen Haus, die versuchte Flucht und schnell das blutende Messer: 

1934. Als die in London lebende Floristin Miranda Green [ Mischa Barton ] eines Abends das Briefkuvert und die entsprechende Einladung von Lord Findlay auf seinem auf einer Insel gelegenen Gutshaus bekommt, nimmt sie ohne weiteres Vorwissen die Reise an; bereits im extra bereitgestellten Zug zur Anlegestelle trifft sie auf die weiteren Gäste: Den amerikanischen Journalisten Donald Walker [ Chris Browning ], den Rechtsanwalt Lawrence Kane [ Seamus Dever, den Arzt Phillip Armstrong [ Giles Mathey ] und die beiden Frauen Carmen Blanco [ Bianca A. Santos ] und Lu Wang [ Grace Lynn Kung ]. Auf der Insel angekommen werden sie durch die dort tätige Dienerschaft begrüßt, der Lord selber soll aufgrund schlechten Wetters seine Ankunft verpasst haben und die nächsten Tage eintreffen. Bald ereignet sich eine Bluttat. 

In vergangenen Jahrzehnten ist man dabei angesiedelt, in den Dreißiger Jahren, Frau Christie wird auch extra erwähnt als Autorin, ihr neues Buch heiß begehrt bei der Hauptperson, die sich als Inspektor Poirot in ihren Träumen auch sieht, die auch Ermittlungsmethoden und kriminalistische Theorie in ihrer Freizeit studiert, die beruflich nicht ausgefüllt ist in ihrem Blumenladen, die sich in Fantasien verstrickt und dort tatsächlich aufgeht. Einiges an Informationen wird über die junge Frau durch ihre Mitpersonen dargereicht und durch eigene Aussagen, kein Mann in ihrem Leben, ein einfaches Zimmer zur Miete in einem Haus, dann schon die Einladung bekommen und die Reisedokumente, auch schon Recherchen über den Gastgeber angestellt, sich in Gerüchte und Spekulationen ergangen und die beste Freundin konsultiert. Ein rascher Beginn, an Theorien wird bereits gearbeitet, der Krimi angeleiert. 

Durchaus attraktiv an Bildern, viel Wert an die Ausstattung und Dekoration gelegt, die Zugfahrt bereits edel und die anfängliche Buchhandlung, etwas in Landschaften auch geschwelgt und ihre allgemeine Umgebung. Weitere Figuren werden rasch eingeführt, die späteren Mitglieder und potenziellen Verdächtigen oder gar Täter, sich inszenatorisch in Einfachheit und Schlichtheit ergangen, einige Trickaufnahmen wie die des fahrenden Zuges deutlich, aber nicht störend ein- und umgesetzt, sich ansonsten schon um die Bereitstellung von Set und Setting bemüht. Ein halbes Dutzend an eingeladenen Menschen, "Das ist alles etwas prekär, oder nicht.", die Anreise auf Schienen, dann die Weiterfahrt auf Hoher See, erst Mord im Orient-Express referenziert, dann Tod auf dem Nil, dann doch Und dann gabs keines mehr mit eben Einladung zum Mord kombiniert. Der gemütliche Samstagsnachmittags-Krimi, das Fernsehallerlei, ein gutsituiertes Areal, eine etwas neunmalkluge Detektivin von Hause aus, dazu etwas Betrachtung der höheren Klasse und der einfachen Bürger, das Holz knarrt stilecht, der Empfang mal herzlich und mal kühl. 

Barton und auch ihre anderen Darsteller machen dabei durchaus eine gute Figur, dem Sujet gegenüber geeignet, auch da eine passende Simplizität, die Optik gediegen, ein dunkelbrauner Rahmen mit einigen kräftigeren Tönen, nichts grelles, nichts lautes, das Aufgehen in einem vergangenen Jahrhundert. Dass man sich als kleinpreisiger, weitgehend unauffällig und gleichzeitig relativ 'originalgetreu' verhaltener Krimi im Fahrwasser der Branaghs (und der Johnsons) beim wartenden Zuschauer beliebt machen konnte, ergibt angesichts der Präsentation hier durchaus Sinn, der Tee ist warm, die Scones sind frisch, der Ohrensessel lockt, die Gesellschaft ist anheimelnd, die Figuren relativ übersichtlich, eine prägnante Mischung, dazu die Hausangestellten und ein zeitiges Kennenlernen, es wird sich offensichtlich gegenseitig vorgestellt und beizeiten detektiert und kombiniert. Zwei Wahrheiten und eine Lüge wird gespielt, sich in kleinen Details ergangen, schon die ersten möglichen Abgründe und Geheimnisse angedeutet oder offenbart. So ist die Stimmung bald etwas eisiger als noch beim ersten Treffen, wird auch mal alleine durch die übergroße Szenerie gewandert und das Areal ausgekundschaftet, der Kamin am lodern und gleichzeitig Wärme und Helligkeit abgeben, die Treppen schwer, der Butler überall und nirgends, Rituale und Traditionen aufgezeigt und auch in der Geschichte involviert. 

Der Beobachter des Geschehens wird dabei nicht nur an der Rolle der Barton zum Betrachter und Mitwisser, sondern wird auch bei den anderen Personen und durch sie an das baldige Problem, einem Toten im Wald an einem Baum lehnend und dies nur als erstes Opfer und das Lösen dessen herangeführt; "Jeder Kontakt hinterlässt eine Spur". Der Autor Brian O'Donnell und Regisseur Stephen Shimek als wahrer Gastgeber, die Differenzen und Komplikationen bald aufzeigen und sie erläutern, das Suchen nach Fehlern im Bilde und Verhalten und die möglichen und tatsächlichen Erklärungen, ein Schrei in der herbstlichen Nacht und ein Stromausfall stören für Momente den geruhsamen Schlaf. In der Verköstigung demnach vorzüglich, das Auge isst mit, manche nehmen nur Kaffee und Zigaretten ein, der Rest sitzt am reichlich gedeckten Tisch. "Ich seh' die Dinge, die anderen Menschen entgehen.", mit Chris Browning einen gereiften und stoischen Gegenüber, eine passende Mischung, eine kompakte Ergänzung, als "fieser Grobian" gezeichnet, mit professionellen Rat ausgestattet und mit einigen Fragen, die Alibis kontrolliert und die Motive und deren Bestätigungen, die Beziehungen auseinander gezogen und spekuliert und klausuliert, "Bitte ein Rätsel nach dem anderen.", sich gutbürgerlich bis spießbürgerlich herangewagt, "Alles läuft genauso wie erwartet.", ein trügerischer Schein mit Geheimtüren und falschen Identitäten und vermeintlichen und tatsächlichen Toten, "Ich fürchte nur, das beweist nicht viel".

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