Review

Family Plot

Interessant: Werden in einem Horrorfilm Kinder entführt, ist man sofort auf Seiten der Entführer. Da haben THE OMEN, THE EXORCIST & Co. sowie die unzähligen Genrefilme um bösartige Mütter offenbar ganze Arbeit geleistet.

Und tatsächlich ist Mama Amelia natürlich nicht zu trauen, das sieht man auch als Horroranfänger. Die gute Dame hat nämlich nicht nur „etwas zu viel an sich machen lassen“, sie hat auch einen eher schlechten Ruf im Dorf und ihre Prunkvilla eine eigene Wikipediaseite mit nicht minder beunruhigendem Inhalt.

Als Zuschauer ahnt man also mal wieder deutlich vor den Hauptfiguren, was hier im Busch sein könnte, was dazu führt, dass man eigentlich nur noch darauf wartet, dass Regisseur Gabriel Abrantes die erwartbaren Plot Points abhakt.

Es ist Abrantes erster Horrorfilm, aber er hätte sich gerne vorher ein paar davon anschauen können, um nicht nochmal das Gleiche zu zeigen.

Abgesehen von Drehbuch und Regie bildet Hauptdarsteller Carloto Cotta die größte Schwachstelle – und das auch noch in einer Doppelrolle. Während sein „Ed“ schlichtweg ausdruckslos durch den Film stolpert, muss man bei seiner Performance als Bruder „Manuel“ ständig an Tommy Wiseau aus dem offiziell schlechtesten Film aller Zeiten THE ROOM denken. Dagegen hält sich Brigette Lundy-Paine (ATYPICAL) wacker, man hätte ihr einen besseren Film gewünscht als diesen Mummenschanz.

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