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In der Regel sind es die großen Bühnenshows bekannter Magier, die dem Publikum perfekte Illusionen verkaufen. Was aber, wenn jemand in der Lage wäre, einer Person durch eine mentale Fähigkeit Dinge vorzugaukeln, die in Wahrheit gar nicht da sind? Dieser Frage geht der spanische Regisseur und Co-Autor Daniel Benmayor nach.

Der soeben volljährig gewordene Ian und sein Vater Vicente leben abseits der Gesellschaft und schlagen sich mit kleinen Betrügereien durch, da Ian die potenziellen Opfer mit visuellen Suggestionen täuscht. Als eine Organisation auf den Jungen aufmerksam wird, gerät Ian zwischen die Fronten, denn eine weitere Instanz will sich seine Fähigkeiten zunutze machen…

Auf musikalischer Ebene steigt der Stoff gut gelaunt ein, als ein kleiner Laden erleichtert wird, während im Hintergrund Dions „The Wanderer“ mit veränderter Perkussion läuft. Ohne Umschweife wird deutlich, dass die Hauptfigur mit übersinnlichen Fähigkeiten hantiert, was im Fall des Diebstahls dadurch deutlich wird, als die Verkäuferin mit einem Bauchschuss zusammensackt, nachdem Ian mit einer Waffe auf sie schoss. In Wirklichkeit benutzte er nur seinen Finger, während die Frau unverletzt bleibt. Ähnliche Projektionen gibt es nachfolgend zuhauf und einige davon zeugen von einiger Kreativität.

Die Geschichte selbst gibt derweil nicht soviel her. Ian befindet sich auf der Suche nach seinen Wurzeln, während diverse Interessensparteien aufeinander prallen und sich hin und wieder bekriegen. Bei alledem ist über weite Teile viel Bewegung im Spiel und die wenigen Stunts mit Fahrzeugen können sich in jeder Hinsicht sehen lassen. Bei den Fights sind hingegen kleine Abstriche zu machen, da die Schnitte mitunter nicht optimal gesetzt sind, obgleich die Choreo insgesamt in Ordnung geht. Angesichts des Auftauchens einiger bewaffneter Gruppen ist der Bodycount letztlich nicht unerheblich, wobei explizite Gewalteinlagen kaum auszumachen sind.

Leider bleiben die Figurenzeichnungen etwas eindimensional, was speziell auf die Hauptfigur zutrifft. Darstellerisch wird hingegen passabel geliefert und auch die Auswahl der unterschiedlichen Schauplätze fällt abwechslungsreich aus.
Gleiches gilt für erzählerische Wendungen, die mehrheitlich mit visuellen Täuschungen einhergehen, was bis zur letzten Einstellung anhält und sich damit ein Hintertürchen für eine eventuelle Fortsetzung offen lässt.
Bleibt unterm Strich eine unterhaltsame, wenn auch anspruchslose Mischung aus Sci-Fi, Action und Thriller, die auf visueller Ebene recht viel aus dem vergleichsweise überschaubaren Budget herausholt.
6,5 von 10


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