Paco Plazas filmischer Output ist etwas unberechenbar. Gemeinsam mit Jaume Balaguero hat er die REC Serie geschaffen – und nach den ersten beiden starken Teilen den unsäglichen dritten alleine inszeniert. Zuletzt lieferte er mit LA ABUELA (2021) wieder einen sehr stimmungsvollen Grusler ab. Sein Netflixfilm VERONICA (2017) wurde kurzzeitig unverständlicherweise als gruseligster Film aller Zeiten gehypt, SISTER DEATH ist nun das Prequel dazu, was man aber nicht wissen muss, beide Filme funktionieren für sich.
Schwester Narcisa hat als kleines Mädchen in den 1930er Jahren durch eine Marienerscheinung Berühmtheit erlangt. Als junge Frau tritt sie nun in ein Kloster ein, in dem nach dem Krieg benachteiligte Kinder unterrichtet werden. Und wieder hat sie Erscheinungen – diesmal scheinen es jedoch eher unheilige Visionen zu sein.
Die Geschichte ist sehr simpel und schon in mehrfachen Variationen bekannt, die Stärke des Films liegt vielmehr in seiner unheimlichen Atmosphäre und der langsamen Steigerung des Grusels. Wer Geduld hat und sich auf die Welt in diesem spanischen Kloster der Nachkriegszeit einlässt, wird mit einem soliden Genrebeitrag belohnt.