Wie das Gift des Mannes so sein Johannes
„Poison“ ist einer der vier Kurzfilme, die Wes Anderson für Netflix realisiert und von Roald Dahl adaptiert hat. In diesem lustigen Gedankenexperiment meint ein Mann eine giftige Schlange unter dem Buch auf seinem Bauch zu haben, wodurch er sich schon seit Stunden nicht bewegt…
Einbildung ist auch eine Bildung
Ich mag das Augenzwinkern und die Verspieltheit von „Poison“. Anderson ist hier ganz in seinem Element, Cumberbatch macht viel mit wenig Bewegung und Mimik, Dev Patel ist eh ein absoluter Sympathieträger, die Worte schießen aus ihm schneller und punktierter als aus einer Pistole. Außerdem ist es immer schön Ben Kingsley mal wieder in hochwertigen Produktionen und gefordert zu sehen. Die Auflösung ist absehbar. Aber der Weg dahin hat Charme. Und vom genialen Set, dem angenehmen Farbschema und der bei W.A. üblichen, fast schon für selbstverständlich genommenen Kreativität will ich gar nicht erst anfangen. Eine Bühne der Brillanz. Roald Dahl wäre sicher stolz oder zumindest zufrieden. Trotzdem eher eine Fingerübung.
Fazit: Schlange au'm Bauch, Schalk im Nacken… Ein nettes Gedankenspiel im üblichen (glorreichen) Anderson-Antlitz.