Bereits Stanley Kubrick schien anno 1968 mit seinem Sci-Fi-Epos „2001: Odyssee im Weltraum“ geahnt zu haben, dass die Entwicklung künstlicher Intelligenz womöglich ein schlimmes Ende nehmen könnte. Seitdem gab es zahlreiche, thematisch ähnlich gelagerte Streifen mit Amok-Androiden, die in Teilen ja heute schon den Alltag beherrschen.
Abi (Georgina Campbell) hat einen lukrativen Job als Robotik-Entwicklerin und erhält nach dem Umzug aufs Land eine humanoide KI namens Tim (Eamon Farren). Während Abi mit ihrem Mann Paul (Mark Rowley) an ihrer Ehe arbeitet, entwickelt Tim offenbar Gefühle für seine Besitzerin und schmiedet erste Intrigen…
Jetzt mal ehrlich: Wer will denn schon eine derart erschreckend unheimliche Erscheinung in Menschengestalt in der Bude haben, die unverholen beim Dönern hereinplatzt und anhand eines Bodychecks sogleich die jeweilige Befindlichkeit einzuordnen weiß? Mit Privatsphäre ist da nicht viel, wie Paul auf nachvollziehbare Art früh moniert, während Abi zurückhaltend begeistert und geduldig reagiert, zumal der Druck ihres Chefs besteht, jenen Tim keinesfalls abzulehnen.
Leider entwickelt sich der Stoff in vielen Prozessen vorhersehbar. Als Tim einen frisch gefangenen Nager auf tödliche Weise entsorgt, wird klar, diesem Roboter kein Stück trauen zu können, der im Übrigen keine Mine verzieht, jedoch perfekt Stimmen imitieren kann und augenscheinlich über Bärenkräfte verfügt. Ein wenig ins straucheln gerät der Stoff mit diversen Eheproblemen, - sei es im emsiger Erfüllung eines Kinderwunsches oder bei Vorwürfen vergangener Untreue. Diese Punkte generieren wenig bis gar keine Spannung.
Besser gestaltet sich der Stoff, wenn Tim auf beinahe unauffällig beiläufige Weise im Hintergrund tätig wird und nicht ganz absehbar ist, wie weit der Computergesteuerte gehen könnte. Da jedoch nicht allzu viele Figuren involviert sind, gestalten sich die Ausmaße überschaubar und zuweilen fragt man sich schon, warum man einer KI mehr vertrauen sollte, als dem eigenen Partner. Entsprechend folgen diverse Manipulationen und während sich die Situation folgerichtig zuspitzt, zieht das Tempo in den letzten fünfzehn Minuten merklich an.
Darstellerisch sticht vor allem Eamon Farren als Android hervor, der nicht nur äußerlich die vermeintliche Neutralität verkörpert. Da ist keine Geste, kein Augenzwinkern zuviel, wonach man ihm die Rolle des künstlichen Menschen jederzeit abnimmt. Aber auch Campbell performt recht engagiert, während die übrigen zumindest nicht negativ auffallen. Dies wird eher dem Score zuteil, da er eben rein gar nicht auffällt.
Die Auswirkungen fortschrittlicher Technologien regen zwar durchaus zum Nachdenken an, doch allzu viel traut Co-Autor und Regisseur Spencer Brown dem Publikum nicht zu, da die Chose über weite Teile erahnbar abläuft und der Roboter trotz des vermeintlichen Perfektionismus einige eklatante Nachlässigkeiten begeht. Das gerät zwar ab und an einigermaßen spannend, doch der fließenden Grenze zwischen menschlicher Emotionalität und Computersteuerung hätte man etwas mehr Feinschliff verpassen können, um sich vom wenig markanten Durchschnitt abzuheben.
5,5 von 10