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Eine Roadmovie-Gangstercomedy von einem der Coen-Brüder – da denkt man natürlich gleich an RAISING ARIZONA, BLOOD SIMPLE und vor allem FARGO. Doch der erste Solofilm von Ethan Coen, geschrieben zusammen mit seiner Frau und langjährigen Cutterin Tricia Cook, erinnert eher an das infantil-abgedrehte Frühwerk CRIMEWAVE, das die Coens 1985 für Sam Raimi schrieben. 

Die Figuren sind hier sämtlich überzeichnet, der Humor teils trocken, teils arg pubertär, Reißschwenks, knallige Farben, schräge Kameraperspektiven und psychedelische Sequenzen rücken den Film in den Bereich zwischen Farce und Cartoon. 

Die Handlung – zwei ahnungslose junge Frauen überführen das falsche Auto mit „heißer Ware“ im Kofferraum“ und werden von unfähigen Gangstern verfolgt – ist reine Genrekonvention, wird hier auch weder filmisch kommentiert noch parodiert, lediglich minimal variiert, indem die beiden Hauptfiguren lesbisch sind, was zumindest manchen Situationen neue Aspekte abringt. 

Margaret Qualley und Geraldine Viswanathan retten mit ihrer phänomenalen Chemie letztlich auch den ganzen Film, es macht einfach Spaß, der coolen Jamie und der konservativen Marian zuzusehen, da bräuchte man die lahme und absurde Krimistory gar nicht und es geht auch ok, dass Pedro Pascal und Matt Damon hier nur minutenkurz vorbeischauen, um dem Film bei seiner Promotion zu helfen. 

Dass solche Filme nach den 90ern noch gedreht werden, ist verwunderlich, vermisst hat man sie nicht und von einem (wenn auch nur „halben“) Coen-Film hätte man auf jeden Fall mehr erwarten dürfen.

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