Delia ist eine bemerkenswerte Frau: morgens wird sie von ihrem Mann noch im Bett mit einer schallenden Ohrfeige begrüßt, den Tag über geht sie vier Beschäftigungen nach, um Miete und Essen bezahlen zu können, dazu kümmert sie sich noch um ihre drei Kinder und muss ihrem undankbaren Mann jeden Wunsch von den Augen ablesen, um nicht eine weitere Tracht Prügel zu kassieren.
Was nach tragischem Sozialdrama und weiblichem Martyrium klingt, angesiedelt in der Nachkriegszeit in Rom und noch dazu in scharzweiß inszeniert, wird unter der Regie von Paola Cortellesi (die den Film auch geschrieben hat und die Hauptrolle spielt!) zu einem ungewöhnlichen Statement von Female Empowerment.
Der Film stilisiert Szenen, die andernorts schnell zum Klischee geraten würden, inszeniert eine Prügelszene als Tanz zweier langjährig eingespielter Partner und bricht die wohl romantischste Sequenz des Films mit einem Stück Aliiertenschokolade. Auf diese Weise unterläuft der Film manche Erwartung, insbesondere am Ende, wenn Cortellesi der gesamten filmischen Konvention den Rücken kehrt, um ein einziges essenzielles Statement zu machen.
Erfreulich, dass der Film gerade im Macholand Italien so erfolgreich war.