Krakeliger Kürbiskopf knöpft kurzsichtige Kerlchen kahl
„Dark Harvest“ ist ein klassischer Monstermovie mit modernem Twist, eine glorreich-gorige Mischung aus „The Outsiders“, „The Purge“ und „Pumpkinhead“. Ganz früher hätte das in unblutigerer und komprimierterer Form auch eine „Twilight Zone“-Folge sein können. An Stephen King und „Hunger Games“ kommen ebenso manchmal Gedanken auf. Und insgesamt ist von den vielen einzelnen Teilchen sicher kaum eins gänzlich frisch. Und dennoch macht der momentane Halloweenhit (auf Amazon Prime) eine garstig gute Figur im „Schocktober“ - gerade wenn man blutig-straighteren Horrorzeiten wie den 80ern etwas hinterhertrauert… Wir befinden uns in den 50ern und jeden Oktober feiert diese bizarre Kleinstadt ein Ritual, in dem die gruselige Spukgestalt der Stadt aus seinem Kornfeld aufsteht und von den Teenagerjungs gejagt und wortwörtlich aufgeknöpft wird…
Der Pinata-Prügelkerl
Oft wirkt „Dark Harvest“ wie ein drolliges Theaterstück, dem man fast einen „The Village“ zutrauen könnte. Doch im Grunde dreht er nur seinen Halloweencheese auf zwölf und bleibt im Kern doch ein simpler Creature Feature, der stolz auf seinen Oktoberstorycharme ist. Das Design des „October Boys“ ist zwar nicht neu, aber sehr solide, cremig und handgemacht. Nur das CGI, wenn er seinen „Feuerkopf“ anknipst, hätte man sich sparen können. Ansonsten eine tolle Gestalt und Maske. Die Jungdarsteller wissen, wo sie hier mitspielen und überziehen im richtigen Drehzahlbereich. Die Beleuchtung ist goldig, das Laub fällt herbstlich, es gibt einige wirklich ganz, ganz derbe und tolle Goremomente. Die abstehendsten Ohren seit langem. Und selbst wenn der „Twist“ von Genrekennern auf drei Kilometer gerochen wird und es für den Spuk am Ende gar keine richtige Erklärung gibt, womit man leben muss und was wohl Neugier auf die Lore und mögliche Fortsetzungen wecken soll, ist „Dark Harvest“ ein feiner, effektiver und kurzweiliger B-Movie und für mich eine der Halloweenperlen der Saison. Ohne natürlich ein echter Klassiker zu sein und das Rad neu zu erfinden. Dennoch hat er sich meine Sympathien erschlichen.
Gore Grease
Fazit: „Pumpkinhead“ und „Kinder des Zorns“ waren als Titel wohl schon vergeben… trotzdem ist „Dark Harvest“ weit weniger generisch als er sich liest, ehrlich gesagt sogar ein straighter, schöner, splattriger Halloweenhappen für den Beginn der dunklen Jahreszeit. Kein Gamechanger, keine vollwertige Mitternachtsmahlzeit und wahrscheinlich hätte das alles auch in einen Kurzfilm gepasst - dennoch ein oldschooliger Snack mit dem man als Horrorfan rund um den 31.10. wenig falsch macht!