Für einen typischen Mockbuster kommt vorliegender Streifen einige Jahre zu spät, denn die Vorlage „Armageddon“ wirkt trotz technisch solider Ausführungen wie von vorgestern. Aber im Hause Asylum wird man überdies nie müde, die Erde auf möglichst hanebüchene Weise zu retten.
Einige Meteorschauer sind bereits auf die Erde nieder gegangen, doch der ganz große Brocken wird in sieben Tagen erwartet und könnte Millionen von Menschenleben ausradieren. Deshalb macht sich eine Crew von sechs Spezialisten auf ins All, um an jenen Meteor anzudocken, Raketen abzufeuern und ihn damit vom Kurs auf die Erde abzubringen…
Neben den Spezialisten bräuchte es auf dem Kommandoposten nur noch Eric Roberts, doch der hatte überraschenderweise keine Zeit, wodurch man einem anderen alten Mann eine Militäruniform aus dem Karnevalsfundus reichte. Die restlichen Figuren sind allesamt Helden, die sich im Zweifel für den guten Zweck opfern, jedoch auch schon mal lauthals heulen ohne dabei eine Träne zu vergießen. Immerhin hält die Crew zusammen und selbst die parallel verlaufenden Anstrengungen der Chinesen und Russen sorgen lediglich am Rande für kleine Probleme.
Leider gibt es im Vorfeld enttäuschend wenige Verwüstungen. Hier und da sind die Typen zwar von Meteoriteneinschlägen umgeben, doch bis auf ein in sich zusammenfallendes Hochhaus werden weitere Ortschaften ausgeklammert. Mit dem Aufenthalt im Raumschiff gesellen sich kurz nach der Halbzeit kleinere Längen hinzu, die einerseits aus einem Mangel an Action und andererseits aus redundanten Abläufen entstehen, da stets alternative Lösungen gesucht werden müssen. Immerhin stimmt das Tempo und zuweilen verfeinert unfreiwillige Komik das Unterfangen.
Denn die Oberfläche des Meteors entpuppt sich als etwas größerer Sandkasten mit einer Höhle und sichtlicher Vegetation am Rande. Noch lustiger sind allerdings die Versuche, Schwerelosigkeit vorzutäuschen. Da es um die Effekte wohl mau bestellt war, mussten die Schauspieler langsame, hüpfende Bewegungen vollziehen, um jenen Zustand zu imitieren, was nur sehr bedingt funktioniert. Fliegende Meteoriten, Trümmerteile und die Gestaltung einiger Zerstörungen am Raumschiff können sich hingegen sehen lassen.
Bei alledem kommt nur leider kaum Spannung auf, trotz des knappen Zeitfensters und den immer geringer werdenden Möglichkeiten überhaupt etwas ausrichten zu können. Wer hingegen pathetisch angehauchte Finalworte sucht, wird garantiert fündig werden, zumal die schmalzige Partitur des Score ja auch nicht ungenutzt bleiben sollte.
Trashiges Treiben auf der Erde hätte womöglich für mehr Abwechslung gesorgt als eine Weltraummission, bei der sich über weite Teile nicht allzu viel ereignet. Darstellerisch wird zwar okay performt und die Dialoge gestalten sich trotz schwacher Synchro nicht ganz furchtbar, doch alles in allem packt das Szenario nie so richtig, wohl auch aus Mangel an wuchtigen Effekten.
4 von 10