Manche Songs verfehlen offenbar ihre anberaumte Wirkung, wenn sie von kreativen Köpfen gehört werden. So ist Puppet Man von 1968 eigentlich ein Liebeslied, doch den Autoren um Regisseur Brandon Christensen diente er als Inspiration und Grundgerüst für einen Horrorfilm.
Michal erlebte eine traumatische Kindheit: Sie wurde Zeugin, als ihr Vater die Mutter wie unter fremder Kontrolle tötete und dafür nun im Knast auf die Todesspritze wartet. Doch mittlerweile befinden sich auch ihre Mitschüler in Gefahr, denn irgendwer oder irgendetwas scheint erneut eine Gedankenkontrolle auszuspielen…
Ironischerweise erklingt direkt zum Einstieg mit „Puppet on a String“ eine ebenso passender Song, um die Mordszene zu untermalen. Danach werden die wesentlichen Figuren um die überhaupt nicht lebenslustige Michal eingeführt, die jedoch kaum Ecken und Kanten mitbringen. Michals Schlafwandeln bringt genauso wenig Abwechslung wie der schon obligatorische Besuch bei einem Medium und so gestaltet sich das erste Drittel eher träge denn spannend.
Was aufgrund des Konzepts alles möglich gewesen wäre, offenbaren zwei parallel inszenierte Ableben, die mit praktischen Effekten umgesetzt unweigerlich die Vibes von „Final Destination“ verbreiten. Da es allerdings kaum Zufallsopfer gibt, bleiben blutige Abgänge eher Mangelware. Eine winterliche und leicht frostige Umgebung kommt der Atmosphäre ein wenig zugute und auch der Score hält sich angenehm zurück.
Gegen Showdown drückt man zwar noch kurzfristig auf die Tube, doch etwaige Entwicklungen bilden letztlich keine Überraschungen mehr. Immerhin wird der leicht garstige Grundton gehalten und der Bodycount schnellt doch noch ein wenig in die Höhe.
Bei alledem wird nur auf oberflächlicher Ebene nach Erklärungen gesucht und ebenso abstrakt geliefert, was natürlich einige Unwahrscheinlichkeiten mit sich bringt. Jene Randnotiz gewichtet allerdings nicht so schwer, wie das gute Konzept, welches zu selten zum Einsatz kommt. Trotz annehmbarer Performances und tauglicher Inszenierung wird es innerhalb der 97 Minuten nicht allzu häufig spannend, jedoch punkten der düstere Grundton und einige blutige Eskapaden.
Knapp
6 von 10