Wenn man sich schon mal aus reinem Gruppenzwang einen Film ansieht, muß ja so was dabei rauskommen. Eine Komödie. Niemand weiß eine gute Komödie mehr zu schätzen als ich. Abgesehen von meiner Frau, ein paar Freunden - ach ja, und Käpt'n Johnson. Im Grunde wissen die meisten Leute eine gute Komödie mehr zu schätzen als ich, aber darum geht es hier auch gar nicht. - Nun ja, wer das Zitat erkannt hat, weiß nun, was meiner Ansicht nach beispielhaft für eine gelungene Komödie steht, und eben so was weiß ich sehr zu schätzen.
Bei "Hohe Wiedergabeverläßlichkeit" gab es für mich leider kaum was zu lachen, und mehr Potential als für den einen oder anderen Schmunzler besitzt der Streifen an sich nicht, obwohl er eine ganze Riege bekannter Schauspieler präsentiert. "High Fidelity" ist im ganzen eine seichte Popliteratur-Verfilmung, die sich hauptsächlich mit langatmiger, geschwätziger Aufarbeitung gescheiterter Beziehungen und der blasierten Verkultung trivialer Populärkultur beschäftigt. Es gibt hier - wie in anderen Filmen dieser Art auch - nichts, was in meinem Verständnis Filme ansehenswert macht: Keine erhabenen Gefühle, keine Leidenschaft, keine Phantasie, nichts Erlesenes, nichts Aufrüttelndes, nichts Schockierendes, nichts Mitreißendes. Nur stumpfen Alltag und eine Menge Gerede aus der erstpersonalen Perspektive. Die Arroganz, die der ganzen Erzählung als Grundhaltung implementiert ist, wird aus der einseitigen Art und Weise deutlich, in der durchgängig ein im Grunde sehr langweiliger Typ, seines Zeichens Plattenhändler und Spezialist für das Herausgeworfenwerden aus Wohnungen, aus dem Nähkästchen plaudert und in diesem Kontext eine krankhafte Besessenheit bezüglich des Erstellens von "Top-5-Listen" aufweist. Strukturvorlage des Films sind die "Top 5" seiner Beziehungsabbrüche, die im folgenden locker-flockig in einer Mixtur aus vermeintlicher "Coolness" und einem gerüttelten Maß Selbstgerechtigkeit vorgeführt werden.
Diese langweiligen, völlig trivialen Geschichten sind mit einem Humor versetzt, wie man ihn auch in schlechteren amerikanischen "Sitcoms" serviert bekommt. Hauptunterschied ist hier das Fehlen von "canned laughter", wie es auf angloamerikanisch so schön heißt. Das verbindet den Film mit diversen Woody-Allen-Komödien, wo mit ähnlich pseudointellektuellem Fließband-Gewitzel auf die strapazierten Nerven des Rezipienten eingewirkt wird. Die einseitige Erzählperspektive wird optisch durch die endlosen Nahaufnahmen des selbstzufrieden oder meist auch selbstmitleidig dreinschauenden Hauptdarstellers John Cusack verdeutlicht. Zwischendurch bekommt man auch Szenen aus dem Plattenladen, in dem die Hauptperson zusammen mit zwei Angestellten rumzuhängen pflegt, vorgesetzt, in denen vorzugsweise Jack Black als Oberclown herumturnt und auch mal die Arschritze präsentieren darf. Schenkelklopfen garantiert. Hauptgesprächsgegenstand ist in diesem Kontext meistens die angeblich herausragende Brillanz irgendwelcher halbvergessenen Bands, über die sehr langatmig herumschwadroniert wird, was dem Zuschauer wohl Bewunderung für das profunde Popomusik-Wissen des Autors abluchsen soll. Der Mann scheint wohl regelmäßig den "Rolling Stone" oder sonst irgendeine Musi-Postille auf dem Klo verschlungen zu haben und ist dann auf die Idee gekommen, in Stuckrad-Barre-Manier ein selbstgefälliges Laberbuch zu machen, versehen mit ein bißchen seichtem Beziehungsgesülze für das weibliche Publikum. Nichts anderes bietet der Film, der letztlich die leicht intellektualisierte, jedoch weit weniger amüsante Version von "Wayne's World" darstellt.
Eine langweilige Mischung aus Trivialität und pseudointellektueller Arroganz. Eigentlich nur für Zuschauer geeignet, die bei jedem ungewöhnlichen Ereignis auf der Bildfläche einen Herzkasper erleiden.