Review

„High Fidelity“ ist eine urkomische Verfilmung eines Nick Hornby Romans – besser als „Fever Pitch“, aber nicht ganz so gut wie „About a Boy“.
Rob Gordon (John Cusack) ist ein Musikfetischist sondergleichen: Er leitet einen Musikladen, hört Songs am liebsten auf Vinyl und kennt sicht mit fast jedem Künstler aus. Sein ganzes Leben dreht sich nur um Musik und er sieht keinen Grund zu reifen, weshalb ihm seine Freundin Laura (Iben Hjejle) auch den Laufpass gibt. Cusack verkörpert den Musikfreak Rob schlicht und einfach genial; man kann ruhig von einer der besten Leistungen seiner Karriere sprechen.
Rob beginnt auf seine eigene Weise über Beziehungen zu philosophieren – indem er eine Top 5 seiner schlimmsten gescheiterten Beziehungen aufstellt. Das beginnt schon beim Knutschen in der Schule und geht von da an weiter. Auch hier kann „High Fidelity“ mit seiner Spritzigkeit punkten: Ganz unkonventionell wird Rob Erzähler des Geschehens und redet mit dem Zuschauer, die Rückblenden sind urkomisch und der Humor trocken.

Als Rob so langsam in seiner Sinnkrise versinkt, beschließt er, die Lösung seiner Probleme zu finden und den Grund, warum Frauen ihn immer verlassen – was auch bedeutet sich seinen Ex-Freundinnen zu stellen. Doch bei seiner Suche wird ihm in erster Linie eines klar: Er vermisst Laura, die einzige Frau, die ihm wirklich etwas bedeutet...
„High Fidelity“ besitzt keine große Handlung, der Plot kreist mehr um den groben Handlungsstrang der gebrochenen Beziehung der beiden. So wird dieser rote Faden im Mittelteil auch weitestgehend fallengelassen und erst gegen Ende wieder wirklich aufgenommen. Doch so werden weder die Gags noch das Interesse des Zuschauer vernachlässigt und der Film wird nicht langweilig. Nur bei mehrmaligen Ansehen wirkt „High Fidelity“ nicht mehr ganz so spritzig, aber ich habe mich selbst beim dritten Mal noch gut amüsiert.
Der Humor ist trocken, spritzig und urkomisch. Keine groben Gags oder derber Humor, sondern schlicht und einfach geniale Sprüche und Lebensweisheiten, mit denen die Figuren um sich werfen. So treten als überzeichnete Charaktere wie Öko-Seagal-Verschnitt Ian Raymond (Tim Robbins) und die beiden Vinyl Freaks Barry (Jack Black) und Dick (Todd Louiso) auf, die in Robs Laden arbeiten. So kommt der klare Brüller des Films auch zustande, als diese drei Charaktere und Rob sich im Plattenladen treffen.

Trotz der Gags und der Überzeichungen bleiben die Charaktere sympathisch und lebensnah und werden nicht zu reinen Witzfiguren. Klar ist Rob die Hauptattraktion, aber nahezu jeder kann sich in dieser Figur irgendwie wiederfinden. Zudem dreht sich die Handlung wie bei „Fever Pitch“ und „About a Boy“ um einen Kindskopf, der erwachsen werden muss, um seine wahre Liebe zu erobern.
Die Schauspieler sind allesamt gut aufgelegt und können allesamt gelobt werden. Besondere Erwähnung verdient allerdings der wirklich großartige John Cusack, der ganz klar eine der besten Leistungen seiner Karriere bringt und hier wirklich alle anderen Darsteller an die Wand spielt.

„High Fidelity“ ist eine urkomische und dennoch recht realistische Komödie, die auch nach mehrmaligem Sehen ihren Reiz behält.

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