Leichte Spoiler!
Die Dänen haben es einfach drauf! Nachdem sie bereits mit Filmen wie "Nightwatch - Nachtwache" und "Backstabbed" bewiesen haben, dass sie ein Händchen für spannende Horror-Unterhaltung haben, zeigen sie nun mit "Midsummer" erneut was sie drauf haben!
Die Story zu "Midsummer" ist insgesamt recht ordentlich durchdacht und kommt mit recht wenigen Logiklöchern aus. Es gibt mysteriöse Phänomene, nette, wenn auch typische Charaktere, einige falsche Fährten und eine spannende Handlung von Anfang bis Ende. Alles so, wie man es sich für einen Film dieser Art wünscht und besser als bei vielen anderen Vertretern des Genre.
Dabei baut Regisseur Carsten Myllerup den Horror eher langsam aber konsequent auf. Die Spannungsschraube wird eigentlich durchgehend, immer wieder, ein Stückchen fester gezogen, um den Zuschauer bis zum Finale mit Herzflattern und vielen Fragen im Kopf, im Wohnzimmer sitzen zu lassen. "Warum hat sie sich umgebracht? "Wo kommt der Schlüsselanhänger her?" "Was haben die mysteriösen Vorkommnise (Stichwort Auto) zu bedeuten?" "Wo ist der Zusammenhang zwischen dem Hauptgeschehen und der Geschichte von der Enkelin des alten Mannes?" Fragen über Fragen, die sich langsam aber sicher häufen und auf die man immer schnell eine Antwort haben möchte, um am Ende zu merken, dass man doch auf der völlig falschen Fährte ist. (Nicht nur) Horror-Anfänger dürften wirklich einige Male ins Fettnäpfchen treten!
Dabei vergisst es Myllerup aber nicht, auch eine gekonnte und immense Atmosphäre aufzubauen. Die abgelegene Hütte und die gruselige Umgebung sind wirklich viele Schweißperlen wert und durch eine phänomenale Sounduntermahlung (z. Bsp. zirpende Grillen) und einem tollen Score, wird die Atmosphäre teils wirklich ins Unerträgliche gesteigert. Schon lange nicht mehr mit solch aufgerissenen Augen vor einem Film gesessen!
Das Auflösung des ganzen Treibens ist dann ebenfalls recht gut und schlüssig geraten, auch wenn der geschulte Horror-Fan sich das Ganze sicher schon längst gedacht hat. So richtig überzeugt wird aber hier wohl kaum einer vorher gewesen sein. Horror-Anfänger dürften, wie schon erwähnt, sicher einen "Nicht gedacht"-Effekt haben!
Nur das Finale selbst ist etwas unpassend geraten. Anscheinend wollten die Drehbuchschreiber unbedingt noch eine kleine Verfolgungsjagd mit einbauen und zudem noch jemanden sterben lassen. Das passt aber leider dann so gar nicht mit hinein. Glücklicherweise sind diese Szenen aber nur gut 3 Minuten lang!
Was die Darsteller angeht kann man ebenfalls völlig zufrieden sein. Die Teens machen ihre Sache hier sogar mal erstaunlich gut und stellen ihre Rollen schnörkellos und glaubwürdig da! Daran sollten sich vielleicht ihrer Kollegen mal ne Scheibe abschneiden!
Fazit: Spannender und höchst atmosphärischer Tennie-Horror-Streifen, mit einer guten Story, tollen Darstellern und einer schon lange nicht mehr so intensiv erlebten Atmosphäre. Ohne größere Logiklücken und mit einigen hübschen Wendungen gespickt, dürfte wohl die meisten geeneigten Teen-Horror-Fans begeistert sein!
So und nicht anders muss es sein!
Wertung: 8,5/10