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Anfang der 1940er-Jahre in Paris. Der in die berühmte Schauspielerin Viviane Denvers (Isabelle Adjani) verschossene Schriftsteller Frédéric Auger (Grégori Derangère) hilft ihr dabei, eine Leiche zu entsorgen, die als Noch-Nicht-Leiche in ihrem Appartement "unglücklich gestürzt" sei. Prompt wird er erwischt & wandert in den Knast.

Als die Deutschen anrücken, kann er im Chaos mit Kumpel Raoul (Yvan Attal) entkommen. In Bordeaux trifft er Viviane wieder, die im Nobelhotel Splendide residiert, wo auch diverse Minister (u. a. Gérard Depardieu) das weitere Vorgehen diskutieren. Derweil planen Professeur Kopolski (Jean-Marc Stehlé) & seine Assistentin Camille (Virginie Ledoyen) die Flucht außer Landes, haben sie doch etwas im Gepäck, das auf keinen Fall in die Hände der Deutschen fallen darf. Doch ein gerissener Spion (Peter Coyote) ist ihnen bereits auf den Fersen.

Eine kleine Wundertüte, dieser französische Film von Cyrano-de-Bergerac-Regisseur Jean-Paul Rappeneau. Vor Kriegshintergrund entspinnt sich ein turbulentes, oft auch komisches Abenteuer, das einerseits überraschend leichtfüßig inszeniert ist, welches andererseits aber auch die Bedrohung nie aus den Augen verliert. So kommen immer wieder Dramatik & Spannung auf, insbesondere gegen Ende, wenn die Flucht gefährdet ist.

Die Angst, Unsicherheit & Hektik der Zeit wird gut eingefangen & auch die 40er-Jahre-Ausstattung ist glaubhaft. Schauspielerisch ist das Dargebotene top. Isabelle Adjani liefert eine köstliche Performance ab, wobei es ihr gelingt, die eigentlich schreckliche Figur (sie "spielt" die Männer wie ein Instrument & manipuliert sie nach Belieben) auf melancholische Weise sympathisch erscheinen zu lassen. Auch Virginie Ledoyen als quirliger Wirbelwind ist ein Hingucker. Ein recht ungewöhnlicher Film, der bei mir über Nacht noch gewachsen ist.

7,5/10

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