Review

Man kann es zwar komplett wertneutral betrachten, doch auffällig ist die Produktionsmenge softerotischer Beiträge aus den Philippinen schon. Da wird vornehmlich mit halbnackten, lasziv posierenden Damen auf dem Cover beworben, obgleich im vorliegenden Fall eher ein Sozialdrama im Fokus steht, welches den Erotikfaktor unter Null bugsiert.

In einer sozial benachteiligten Gegend in Manila lebt Mutter Celing mit fünf weiteren Menschen ihrer Familie: Sohn und Stripper Pau, der sich ein besseres Leben in den USA wünscht, wovon seine Partnerin Josie noch nichts ahnt. Der zweite Sohn JC neigt zu impulsiven Raufereien, was Freundin Maritess als Ruhepol auszugleichen versucht. Und dann gibt es noch Queeny, eine traumatisierte, schweigsame Frau, welche Celing bei sich aufnahm, da sie offenbar Opfer einer Vergewaltigung wurde…

Der familiäre Zusammenhalt steht hier ganz klar im Vordergrund und die herzensgute Celing, die von einem etwas größeren Restaurant träumt, hält den Laden mit ihrer Güte zusammen und bildet folgerichtig das Herz des Ganzen. Soweit der Sympathiefaktor, der im Alltag der sechs Figuren in ihrer schmalen Behausung zum Tragen kommt.

Dass Paare miteinander schlafen und einvernehmlichen Sex haben, wird hier zwar einige Male bebildert ohne explizit zu werden. Doch es wirkt so alltäglich, ja beinahe abgestumpft und ohne Leidenschaft, als würde Celing zur selben Zeit frischen Fisch zubereiten.
Während im Verlauf beide Söhne in der „Male Entertainment Bar“ als Stripper arbeiten und man sich fragt, welches Klientel da überhaupt angesprochen werden soll, mangelt es nahezu ohne Ausnahme an Konfliktpotenzial.

Bezeichnend hierfür sind kurz bebilderte Schicksalsschläge von Celing, welche eigentlich mehr Raum benötigten, als eine weitere Szene vom Oetkern zweier Paare. Auch das Schicksal von Queeny wird auf eine eher ekelhafte Weise auf die Spitze getrieben, denn wenn man eine Vergewaltigung in einer Parallelmontage mit freiwilligem Geschlechtsverkehr einbindet, darf man durchaus einen kompletten Mangel an Feingespür unterstellen.

Immerhin könnte man sich noch fragen, ob Ananassaft tatsächlich das Spermavolumen erhöht und ob JC irgendwann nicht doch mal wieder etwas impulsiv reagiert, damit zumindest in den letzten Minuten noch so etwas wie Spannung aufkommt. 
Mal abgesehen von stelzigen Dialogen und eher unterdurchschnittlichen Darstellerleistungen kann man zwar halbwegs mit den Charakterzeichnungen arbeiten und fürs hiesige Publikum ist ein wenig Lokalkolorit mitzunehmen, doch so ziellos wie die Erzählung ohne die notwenige Tiefe vor sich hinplätschert, ist sie keiner anberaumten Zielgruppe zu empfehlen.
Knapp
4 von 10

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